Salafisten, Pegida, Hooligans und Rechtsextreme kommen nach Wuppertal

In Köln ist vor einiger Zeit eine Hooligan-Demo gegen Salafisten eskaliert.
In Köln ist vor einiger Zeit eine Hooligan-Demo gegen Salafisten eskaliert.
Foto: dpa
Eine explosive Mischung kündigt sich am Samstag in Wuppertal an. Dort wollen zur gleichen Zeit Salafisten, Pegida, Hooligans und Rechtsextreme demonstrieren.

Wuppertal.. Die Polizei in Wuppertal rüstet sich für mehrere extremistische Demonstrationen am Samstagnachmittag. Erstmals in Deutschland wollen Salafisten, Pegida, Rechtsextreme, Hooligans, linke und bürgerliche Gegendemonstranten fast zeitgleich nebeneinander im Stadtteil Elberfeld demonstrieren. Als prominenter Pegida-Redner wird Lutz Bachmann erwartet.

Die Salafisten werben mit einem Auftritt des bekannten Islamisten-Predigers Sven Lau. Dieser hatte im vergangenen Jahr in Wuppertal mit der so genannten „Scharia-Polizei“ bundesweit Schlagzeilen gemacht. Ein weiterer Konvertit und Prediger aus der Salafisten-Szene, Pierre Vogel, wird ebenfalls am Wochenende in Wuppertal erwartet. Zu den Unterstützern soll auch der radikale Islamist Ibrahim Abou-Nagie gehören. Er gilt als Erfinder der Koranverteilungs-Kampagne in Deutschland.

Mehr als 1000 Beamte in Wuppertal im Einsatz

Die örtliche Polizei kündigte gestern an, zusammen mit Einheiten aus anderen Bundesländern die gegnerischen Lager „mit großem Besteck“ auseinanderzuhalten und die Wege zu den Demonstrationsorten zu sichern. Polizeipräsidentin Birgitta Radermacher sprach von einem „brisanten und schweren“ Einsatz für „deutlich über 1000 Beamte“. Eine so unübersichtliche Situation habe es in Deutschland bisher noch nicht gegeben.

Die Salafisten rechnen nach eigenen Angaben mit mindestens 400 Teilnehmern bei ihrer Kundgebung ab 15 Uhr auf dem Willy-Brandt-Platz in Elberfeld. Das Motto: „Solidarität mit muslimischen Gefangenen weltweit“.

„Spaziergang“ rund um die Salafisten-Demo

Der Anmelder der Pegida-Demo, Marco Carta Probach aus Dortmund, rief per Facebook zu einer „Generalmobilmachung“ und zu einem „Spaziergang“ rund um die Salafisten-Demo auf. Pegida erwartet auf dem Neumarkt bis zu 2000 Demonstranten aus ganz Deutschland.

Offenbar wollen auch mehrere hundert Hooligans nach Wuppertal reisen. Eine der Vereinigung „Hooligans gegen Salafisten“ (Hogesa) nahe stehende Gruppe hat eine in Thüringen geplante Kundgebung kurzfristig abgesagt, offenbar, um möglichst viele Gewaltbereite nach Nordrhein-Westfalen zu schicken. Beobachter gehen von der Teilnahme weiterer Rechtspopulisten und -extremisten aus.

Das „Wuppertaler Bündnis gegen Nazis“ will bei seiner Gegenveranstaltung bereits am Mittag auf dem Kirchplatz rund 500 Demonstranten versammeln.

Mehrere Straßen in Elberfeld werden am Samstag für den Verkehr gesperrt, mit großflächigen Verkehrsbehinderungen ist zu rechnen. Die Polizei hat ein Bürgertelefon eingerichtet.

 
 

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