Fall Skripal – Experten bestätigen britische Erkenntnisse

Spezialkräfte im Einsatz in Salisbury: In der englischen Stadt waren Sergej Skripal und seine Tochter Julia vergiftet worden.
Spezialkräfte im Einsatz in Salisbury: In der englischen Stadt waren Sergej Skripal und seine Tochter Julia vergiftet worden.
Foto: Jack Taylor / Getty Images
Der Ex-Agent Skripal ist mit einer tödlichen Chemikalie vergiftet worden, bestätigte das OPCW. Der Urheber ist aber weiter unbekannt.

Den Haag.  Die Organisation für ein Verbot der Chemiewaffen (OPCW) hat die britischen Angaben bestätigt, nach denen der frühere russische Doppelspion Sergej Skripal mit dem Nervengift Nowitschok vergiftet wurde. Die Experten der OPCW sagten aber nichts über die Herkunft des Giftes. Das steht in der Zusammenfassung eines OPCW-Berichtes, die am Donnerstag in Den Haag veröffentlicht wurde.

Die OPCW nennt nicht den Namen des Kampfstoffes. Die Analysen der Boden- und Gewebeproben „bestätigen“ aber die Ergebnisse der britischen Wissenschaftler. Die hatten Anfang April festgestellt, dass Nowitschok verwendet worden war. Nowitschok war in der früheren Sowjetunion hergestellt worden.

Die Bundesregierung hat Moskau indes aufgefordert, endlich bei der Aufklärung des Giftanschlags auf den ehemaligen Agenten Sergej Skripal und seine Tochter in Großbritannien mitzuarbeiten. „Russland ist nun aufgerufen, endlich eine konstruktive Rolle einzunehmen und die offenen Fragen zu beantworten“, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts am Donnerstag.

Skripal weiter in der Klinik

Nach Angaben der OPCW wird der Name des Giftes sowie die genaue Struktur des chemischen Giftes im vollständigen Bericht genannt. Der sei aber nicht öffentlich zugänglich.

Skripal und seine Tochter Julia waren Anfang März im südenglischen Salisbury vergiftet worden. Julia wurde kürzlich aus dem Krankenhaus entlassen. Ihr Vater wird weiter in der Klinik behandelt. Er ist seiner Tochter zufolge ernsthaft krank. Auch sie selbst leide noch unter den Folgen der schweren Vergiftung.

London hatte Moskau als Drahtzieher des Anschlags beschuldigt. Das wiederum wurde von Russland vehement zurück gewiesen. Der Streit führte zu schweren diplomatischen Krise zwischen Großbritannien und dem Westen. Dutzende Diplomaten wurden wechselseitig ausgewiesen. (dpa)

 
 

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