Ruhrgebiets-Städte kämpfen gegen die Vermüllung ganzer Viertel

In Duisburg sind zahlreiche Mülldetektive unterwegs, um den  Verursachern der illegalen Müllberge auf die Spur zu kommen. Denen drohen dann empfindliche Geldstrafen.
In Duisburg sind zahlreiche Mülldetektive unterwegs, um den Verursachern der illegalen Müllberge auf die Spur zu kommen. Denen drohen dann empfindliche Geldstrafen.
Foto: Stephan Eickershoff
Die Städte im Ruhrgebiet verzeichnen einen Anstieg der Zahl wilder Müllkippen und verschmutzter Straßenzüge.

Essen.. Wilde Müllkippen und verschmutzte Straßenzüge – im Ruhrgebiet drohen ganze Stadtviertel, im Müll zu ertrinken. Auch die Containerstandorte für Altpapier- und Glas werden verstärkt für die Entsorgung großer Mengen an Hausabfall genutzt. Duisburg plant deshalb in einigen Problemvierteln die Einführung neuer Gebührenklassen für eine verstärkte Reinigung der Straßen und Gehwege. In Dortmunder ist seit einigen Monaten ein „Präsenzdienst“ im Einsatz, der täglich aufräumt. Außerdem ermitteln „Mülldetektive“.

Lumpen, Essensreste, Autobatterien, Wohnzimmerschränke oder Sofas. „Die Leute kennen keine Hemmungen mehr“, sagt Petra Hartmann, Sprecherin der Dortmunder Entsorgung GmbH (EDG). Um Problemviertel wie die Nordstadt nicht komplett verwahrlosen zu lassen, ist dort seit 2015 ein täglicher Präsenzdienst im Einsatz, der wegräumt, was auf Straßen und Bürgersteigen liegt. „Die normalen Reinigungsintervalle haben nicht mehr gereicht“, so Hartmann.

„Wir fahren permanent, um den Müll zu entsorgen“

Auch die Wirtschaftsbetriebe Duisburg (WBD) verzeichnen „in den vergangenen beiden Jahren eine deutliche Verschlechterung der Sauberkeit im öffentlichen Raum“. „Es gibt Bereiche, da sieht man mittags nicht mehr, dass am Morgen gereinigt wurde“, sagt WBD-Sprecherin Silke Kersken. Grund für die steigende Verschmutzung, so die WBD, seien die „stark veränderten Lebens- und Freizeitgewohnheiten“ der Bevölkerung in diesen Vierteln, die in den vergangenen Jahren viele Zuwanderer aus Südosteuropa zu verzeichnen hatten. Betroffene Straßen sollen nun bis zu vier Mal in der Woche gereinigt werden. Für ein Mehrfamilienhaus mit 15 Metern Frontlänge führt das nach WBD-Berechnungen zu bis zu 214,20 Euro höheren Gebühren pro Jahr.

Mehr Müll in öffentlichen Bereichen gibt es allerdings auch in Städten ohne Problemviertel. So wurden in Oberhausen im vergangenen Jahr 1320 wilde Kippen gemeldet. Bis Oktober 2016 waren es bereits 1440 Meldungen. In Herne sind es vor allem die Standorte von Glas- und Altpapier-Containern, an denen Abfall jeder Art abgelegt wird. Manche Standorte werden mittlerweile drei mal täglich gereinigt. Und auch in Essen ist Müll auf den Straßen ein Dauerbrenner. „Wir fahren permanent, um ihn zu entsorgen“, sagt Uwe Unterseher-Herold, Geschäftsführer der Entsorgungsbetriebe.

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