Rot-Grün verteidigt Kürzungen bei Frauenarchiv

Dokumentier die Geschichte der Frauenbewegung: Der Frauen-Media-Turm im Kölner Rheinaufhafen. Foto: dapd
Dokumentier die Geschichte der Frauenbewegung: Der Frauen-Media-Turm im Kölner Rheinaufhafen. Foto: dapd
Foto: dapd
800.000 Euro bekam der FrauenMediaTurm seit 2008 vom Land NRW – das war nicht verhältnismäßig, heißt es nun aus Düsseldorf. Nun müsse Geld in Frauenhäuser und die beruflichen Förderung von Frauen gesteckt werden.

Düsseldorf.. Die nordrhein-westfälische Frauenministerin Barbara Steffens (Grüne) hat die Kürzung der Förderung des Kölner Archivs FrauenMediaTurm verteidigt. Trotz schwieriger Haushaltslage werde das Archiv für 2012 aber noch 35.000 Euro erhalten. Das Land fördert seit 2008 das von Alice Schwarzer gegründete und geführte Archiv mit bislang 210.000 Euro im Jahr. Bereits 2011 hatte Frauenministerin Barbara Steffens (Grüne) ihren Anteil von 70.000 Euro gestrichen.

„Trotz aller Wertschätzung für die großen Verdienste von Alice Schwarzer muss die Landesregierung aufgrund der schwierigen Haushaltslage sparen und auch die Verhältnismäßigkeit der Fördermittel für den FrauenMediaTurm zu anderen Frauenkulturprojekten wahren“, heißt es in der Stellungnahme.

Zweite Fachkraft für Frauenhäuser

Die Landesregierung verwies auf die hohe Summe, die seit 2008 an Alice Schwarzers Projekt geflossen ist. Demnach bekam der MediaTurm 800.000 Euro aus dem Landeshaushalt. Nun aber müsse Rot-Grün in „zentrale politische Felder wie dem Schutz der Frauen und Kindern vor Gewalt oder der dringend erforderlichen Erhöhung der Erwerbsquote von Frauen“ investieren. So solle wieder die von der früheren schwarz-gelben Rüttgers-Regierung gestrichene zweite Fachkraftstelle in den Frauenhäusern eingeführt werden. Außerdem sei ein landesweites berufliches Beratungsangebot für Frauen geplant.

Die Landesregierung teile die Sorge, dass mit der aktuellen Debatte der Eindruck entstehen könnte, dass hier Fraueninteressen gegeneinander ausgespielt werden. „Dies gelte es vor dem Hintergrund knapper Haushaltskassen zu vermeiden.“bik

 
 

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