Röttgen will Demontage durch Merkel nicht hinnehmen

Der entlassene Umweltminister Norbert Röttgen und Bundeskanzlerin Merkel. Foto: Johannes Eisele/afp
Der entlassene Umweltminister Norbert Röttgen und Bundeskanzlerin Merkel. Foto: Johannes Eisele/afp
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Bislang schweigt Norbert Röttgen zu seinem Rauswurf durch die Kanzlerin. Doch der ehemalige Umweltminister will die Schmach seiner Entlassung nicht kampflos hinnehmen. Nach Medienberichten will sich Röttgen bald öffentlich äußern und Merkel Wortbruch vorwerfen.

Berlin.. Der ehemalige Umweltminister Norbert Röttgen will seine Demontage durch Bundeskanzlerin Angela Merkel angeblich nicht widerstandslos hinnehmen. Nach Informationen der Zeitung „Bild am Sonntag“ will Röttgen sein Amt als CDU-Vizevorsitzender behalten. Damit bliebe er zumindest bis zum Wahlparteitag im Dezember erster Stellvertreter von CDU-Chefin Merkel. 2013 will Röttgen zudem wieder für den Bundestag kandidieren.

Nach Informationen aus seinem Umfeld wolle Röttgen schon bald die bisherige Darstellung der Umstände seiner Entlassung öffentlich korrigieren, schreibt die Zeitung weiter. Merkel habe ihm vor der NRW-Wahl versichert, selbst im Falle einer Niederlage sei er als Umweltminister für das Großprojekt Energiewende unverzichtbar. Die Kanzlerin hatte bei der Entlassung Röttgens angedeutet, nach dem Absturz der NRW-CDU sei Röttgen politisch geschwächt.

Seehofer: Merkel zog mit Röttgens Rauswurf zu Recht die Konsequenzen

Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer rechtfertigte unterdessen die öffentliche Schelte für den entlassenen Bundesumweltminister Norbert Röttgen. „Wenn wir nächstes Jahr Erfolg haben wollen, dürfen sich so Sachen wie NRW nicht wiederholen“, sagte der bayerische Ministerpräsident dem Nachrichtenmagazin „Focus“. Das Handeln von Merkel zeige, dass sie die Ansicht teile und zu Konsequenzen bereit sei.

Dem entlassenen Umweltminister gegenüber habe er kein schlechtes Gewissen, sagte Seehofer. Röttgen trage „die Folgen seiner Wahlniederlage“. Die Kanzlerin habe „ganz souverän und eigenständig entschieden“, ihren Umweltminister zu entlassen. (dapd)

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