„Ritter Rüttgers“ und das Rampenlicht

Tobias Blasius
Gut sieben Monate nach seinem unfreiwilligen Abschied aus der Düsseldorfer Staatskanzlei steht Ex-Ministerpräsident Rüttgers (CDU) an diesem Samstag erstmals wieder im Rampenlicht. Allerdings sind die Umstände des Auftritts alles andere als glücklich.

Düsseldorf. Gut sieben Monate nach seinem unfreiwilligen Abschied aus der Düsseldorfer Staatskanzlei steht der frühere Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) an diesem Samstag erstmals wieder im Rampenlicht. Allerdings sind die Umstände des großen Auftritts alles andere als glücklich.

Als Vorjahres-Ordensritter „Wider den tierischen Ernst“ fällt dem 59-Jährigen die Aufgabe zu, in Aachen dem Titelträger der Session 2010/11, Karl-Theodor zu Guttenberg, eine Laudatio zu widmen. Zum einen wird der Verteidigungsminister jedoch gar nicht anwesend sein, sondern durch seinen Bruder vertreten. Zum anderen würde es selbst lustigeren Zeitgenossen schwer fallen, einen Witz über den adeligen Abschreibe-Doktor zu reißen, der in diesen Tagen nicht schon 1000-fach gerissen wurde.

Eifrig wird bereits spekuliert, ob Rüttgers in Aachen mit Doktorhut oder als „Gorch Fock“-Kapitän auftreten werde und wo die Grenzen der politischen Humoristik liegen könnten.

Für Rüttgers kommt der Auftritt in schwerer Zeit. Als einfacher Abgeordneter wirkt der Polit-Profi unterfordert, eine ernsthafte Job-Alternative scheint derzeit nicht greifbar. Zudem muss es ihn schmerzen, wie einst ergebene Parteifreunde auf Distanz gehen.