Revier-Städte buhlen um Sitz des neuen Eon-Konzerns

Ulf Meinke
Die mit Spannung erwartete Entscheidung des Eon-Konzerns über den Sitz seiner Gesellschaft für das Erzeugungsgeschäft soll in wenigen Wochen fallen.

Düsseldorf/Essen. Vor der mit Spannung erwarteten Entscheidung des Düsseldorfer Eon-Konzerns zum Sitz seines neuen Unternehmens für das Kraftwerksgeschäft hoffen die Revier-Städte Essen und Gelsenkirchen auf den Zuschlag. Konzernchef Johannes Teyssen bekräftigte am Mittwoch bei der Bilanz-Präsentation in Düsseldorf, der neue Firmensitz des Eon-Ablegers werde im Rhein-Ruhr-Gebiet entstehen. Spekulationen, auch die Hauptstadt Berlin sei als möglicher Standort im Rennen, wies Teyssen zurück. Eine Standort-Entscheidung soll bereits in wenigen Wochen fallen.

Der neue börsennotierte Konzern, der aus der Eon-Gruppe entsteht, wird voraussichtlich rund 20. 000 Mitarbeiter weltweit haben und ab dem kommenden Jahr neben der Stromerzeugung durch Gas, Kohle und Kernkraft auch für den Energiehandel und das Ölfördergeschäft zuständig sein.

Auch ein neuer Name für das Unternehmen wird derzeit gesucht. Der Sitz von Eon soll in Düsseldorf bleiben. Der Dax-Konzern will sich ganz auf erneuerbare Energien, das Netzgeschäft und Dienstleistungen konzentrieren.

"Es spricht viel für Essen"

Im Wettbewerb der Städte hat Essen gute Karten. Hier befindet sich bereits ein modernes Eon-Verwaltungsgebäude, das ursprünglich für die Tochterfirma Ruhrgas errichtet worden ist. In Essen zählt Eon derzeit schon mehr als 2000 Mitarbeiter. Zum Vergleich: In Düsseldorf, wo sich der Eon-Firmensitz befindet, sind es lediglich gut 1500 Beschäftigte. „Es spricht viel für Essen“, sagt Dietmar Düdden, Chef der kommunalen Wirtschaftsförderungsgesellschaft (EWG).

Als möglicher Standort für die neue Eon-Firma gilt auch Gelsenkirchen. Durch die Geschichte des Eon-Vorgängers Veba sei die Stadt ein traditionsreicher Standort des Konzerns, betont Gelsenkirchens Wirtschaftsförderer Christopher Schmitt. Für die Stadt spreche zudem die Nähe zu den Kraftwerksstandorten. „Gelsenkirchen ist sehr gut geeignet für den Sitz des Unternehmens“, urteilt Schmitt.

Höchster Fehlbetrag seit der Eon-Gründung

Eon-Chef Teyssen erklärte, zwischen April und Juni werde der Konzern Details zu Management und Organisation der neuen Firma mitteilen. Im Zuge des Konzernumbaus schreibt Eon rote Zahlen. Unter dem Strich verbuchte der Konzern für das vergangene Jahr einen Rekordverlust in Höhe von 3,2 Milliarden Euro. Das ist der höchste Fehlbetrag seit der Gründung von Eon im Jahr 2000.