Rente: Experte zerreißt Aktienrente in der Luft – „Tropfen auf heißem Stein“

Demografischer Wandel bringt Rentensystem in Gefahr - so wird Deutschland immer älter

Demografischer Wandel bringt Rentensystem in Gefahr - so wird Deutschland immer älter

So bringt der demografische Wandel das Rentensystem in Gefahr.

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Wie viel Geld bekomme ich, wenn ich einmal in Rente gehe? Diese Frage stellt sich wohl jeder Arbeitnehmer und jede Arbeitnehmerin mindestens einmal im Leben.

Auch in der Politik ist das Thema Rente bestimmend. Die Ampel-Koalition möchte auf ein neues Konzept setzen, um die steigende Zahl der Rentner versorgen zu können. Doch, ob das wirklich funktioniert?

Rente: Zahl der Rentner steigt und steigt

Rentenpolitik ist nicht immer einfach zu verstehen. Doch eine Sache dürfte den meisten Menschen in Deutschland mittlerweile bewusst sein: Die Zahl der Rentner steigt immer weiter – die Zahl der Erwerbstätigen, die die Rentenbeiträge zahlen, geht immer weiter zurück.

Damit steigt die Belastung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer immer weiter an, sie müssen für viel mehr Rentner bezahlen. Gleichzeitig ist auch Rentenarmut ein Thema, also zu geringen Renten für bestimmte Personengruppen.

Wie diesem Problem begegnen? Die Ampel hat nun eine neue Idee, die sogenannte Aktienrente. Doch, ob die das dringende Problem der Rentenbeiträge lösen kann, ist fraglich. In „Welt“ haben sich nun Experten zu der Idee geäußert.

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Rente – mehr zur gesetzlichen Rentenversicherung:

  • Die Altersrente wurde in Deutschland 1891 eingeführt.
  • Im Jahr 2020 gab es in Deutschland über 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner.
  • Der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung liegt aktuell bei 18,6 Prozent.
  • Dieser wird je zur Hälfte von Arbeitnehmer und Arbeitgeber getragen.

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Doch was steckt eigentlich hinter der Aktienrente? Vereinfacht: Der Staat kauft Aktien, mit deren Rendite er die Rententöpfe weiter auffüllen kann. Mit eben so einem Konzept möchte die Ampel nun das Rentensystem unterstützen. Doch Experten warnen: Der geplante Betrag von zehn Milliarden Euro werde nicht ausreichen. Eine Studie des Instituts für deutsche Wirtschaft (IW), die im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft erstellt wurde, zeige genau das. „Selbst eine optimistisch geschätzte Rendite von fünf Prozent führt lediglich zu zusätzlichen Einnahmen in Höhe von 0,5 Milliarden Euro“, heißt es von den Experten. Ein Prozentpunkt bei den Rentenbeiträgen mehr, bringe hingegen 16 Milliarden Euro ein.

Rente: Weniger Belastung für Arbeitnehmer

Die Ampelkoalition möchte mit dem Plan eine bessere Generationengerechtigkeit schaffen und nicht die Arbeitnehmerinnen und -nehmer weiter belasten. Doch vor dem Hintergrund der rapide steigenden Anzahl von Rentnerinnen und Rentnern seien die bisher geplanten 10 Milliarden Euro für die Aktienrente maximal „ein Tropfen auf dem heißen Stein.“

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Das IW hat auch berechnet, wie viel Geld der Staat tatsächlich einsetzen müsste, um den Rentenbeitragssatz (heute: 18,6 Prozent) bis 2060 nicht über 22 Prozent steigen zu lassen. Die Summe macht sprachlos: Bei einer dreiprozentigen Rendite müsste der Staat 864 Milliarden Euro bereitstellen!

Schon bei den jetzt geplanten 10 Milliarden Euro ist nicht geklärt, wie sie finanziert werden sollen, schreibt die Welt. (evo)