Regierung verankert Vorrang für Strom-Erdkabel per Gesetz

In einem Pilotprojekt in Raesfeld verlegt der Stromnetzbetreiber Amprion im Zuge der Energiewende Erdkabel als Ersatz für Hochspannungsleitungen.
In einem Pilotprojekt in Raesfeld verlegt der Stromnetzbetreiber Amprion im Zuge der Energiewende Erdkabel als Ersatz für Hochspannungsleitungen.
Foto: dpa
Nach dem Widerstand vor allem in Bayern sollen neue Stromtrassen vorrangig unter die Erde verlegt werden, heißt es in Gesetzesplänen des Bundes.

Berlin/Düsseldorf. Die Bundesregierung treibt ihre Gesetzespläne für den in vielen Regionen umstrittenen Stromnetzausbau voran. Nach dem Widerstand vor allem in Bayern sollen neue Gleichstrom-Trassen (HGÜ) vorrangig unter die Erde verlegt werden, wie aus einem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Gesetzesvorhaben hervorgeht. "Bei HGÜ-Leitungen wird die Erdverkabelung zur Regel. In der Nähe von Wohngebieten ist der Freileitungsbau sogar stets unzulässig", heißt es.

"Der verstärkte Einsatz von Erdkabeln kann gegebenenfalls dazu beitragen, die Akzeptanz für diese dringend erforderlichen Vorhaben zu stärken." Neben den Erdkabeln soll dem Entwurf zufolge auch die Möglichkeit geprüft werden, bestehende oder bereits zugelassene Freileitungen zu nutzen, insbesondere um den Flächenverbrauch zu senken und die Auswirkungen auf Mensch und Umwelt gering zu halten.

Deutlich teurer als Freiland-Leitungen

Kabel unter der Erde werden zwar von Bürgerinitiativen eher akzeptiert, sie gelten aber als deutlich teurer als Freiland-Leitungen. Daher wurden die neue Strom-Autobahnen zunächst meist überirdisch geplant. Die Kosten für Bau und Betrieb legen die Netzbetreiber letztlich auf den Strompreis um.

Widerstand gegen die Leitungen, die vor allem den Windstrom aus dem Norden der Republik in den Süden transportieren sollen, hatte es insbesondere in Bayern gegeben. Im Juli veständigten sich Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel und der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer in dieser Frage. Die Leitungen sollen danach teilweise auf bestehenden Trassen errichtet, unter die Erde gelegt und an einigen Stellen umgeleitet werden. Seehofer hatte angesichts des Widerstands von Bürgern auf Änderungen gedrängt. (rtr)

 
 

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