Rechte Szene ruft erneut zu Demonstration in Köthen auf

Die Stadt Köthen erwartet am Samstag rund 3000 Demonstranten. Der Auftritt von drei Rechtsrockbands ist vom Landkreis untersagt worden.

Köthen.  Die sachsen-anhaltische Stadt Köthen kommt auch drei Wochen nach dem Tod eines jungen Mannes nicht zur Ruhe. Erneut will die rechte Szene in der Stadt aufmarschieren. Für Samstag sind außerdem Gegenveranstaltungen geplant.

Angemeldet wurde die rechte Demonstration von der rechtspopulistischen Partei Die Republikaner. Geplant waren außerdem Auftritte von drei Rechtsrockbands, die am Donnerstagabend aufgrund von Sicherheitsbedenken vom Landkreis Anhalt-Bitterfeld verboten wurden. Die Partei erwartet rund 1000 Teilnehmer zu ihrer Kundgebung.

Aktionstag „Weltoffene Hochschulen“ auf dem Marktplatz

Die Hochschule Anhalt rief indes für Samstag zu einem Aktionstag „Weltoffene Hochschulen“ auf dem Marktplatz auf. Erwartet werden dort 2000 Teilnehmer. Derzeit gehen die Republikaner noch gegen eine Verfügung des Landkreises vor. Dieser hatte die Demonstration der Partei vom Marktplatz auf den Exerzierplatz verlegt. Damit sollten Zusammenstöße der unterschiedlichen politischen Lager verhindert werden, so der Landkreis.

Zum Aktionstag „Weltoffene Hochschulen“ auf dem Marktplatz werden sich am Nachmittag Studenten und Mitarbeiter der Hochschule Anhalt, Vereine, Schulen und Unternehmen an einem bunten Programm beteiligen.

Ministerpräsident Haseloff hat Teilnahme angekündigt

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) und Wissenschaftsminister Armin Willingmann (SPD) haben ihre Teilnahme angekündigt. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat eine weitere Demonstration unter dem Motto „Gemeinsam für Demokratie und Sicherheit“ mit 200 Teilnehmern angemeldet.

Am 8. September hatte in Köthen ein 22-Jähriger nach einer Auseinandersetzung mit mehreren Afghanen, in die er schlichtend eingreifen wollte, einen Herzinfarkt erlitten und war gestorben. Gegen zwei Afghanen war Haftbefehl erlassen worden, die Ermittlungen dauern derzeit noch an. Nach dem Fall gab es mehrere Demonstrationen und Aufmärsche von Rechtsextremen in der Stadt in Sachsen-Anhalt, zu denen unter anderem auch die AfD aufgerufen hatte. (epd/sige)

AfD-Marsch für getöteten Mann in Köthen verläuft friedlich
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