„Radautobahn“ soll 2020 fertig sein

An Rhein und Ruhr.  Ein 101 Kilometer langer Radschnellweg quer durchs Ruhrgebiet von Duisburg nach Hamm ist realisierbar, er würde aber teurer als bisher angenommen. Eine gestern beim Regionalverband Ruhr (RVR) vorgestellte Machbarkeitsstudie geht von Kosten in Höhe von 183,7 Mio statt der bisher geschätzten 110 Mio Euro aus. Mit dem Projekt wäre die Region bundesweit Vorreiter. Ähnliche Überlegungen gibt es derzeit auch in Hannover und München. Der Regionalverband hofft, dass der Radschnellweg, RS 1 genannt, bis zum Jahr 2020 durchgängig befahrbar ist – pünktlich zum 100-jährigen RVR-Jubiläum.

„Nun kommt es darauf an, dass sich die Region geschlossen hinter das Projekt stellt“, sagte RVR-Planungschef Martin Tönnes (Grüne). Der Verband will in den nächsten Wochen auf Regionalkonferenzen in Dortmund, Bochum und Duisburg für die „Radautobahn“ werben. Sie soll zehn Städte und da Universitäten, große und kleine Firmen, Wohnquartiere und Naherholungsgebiete miteinander verbinden. Weil der Schnellweg kreuzungsfrei ist, Radfahrer immer Vorrang haben, ergeben sich enorme Zeitvorteile, die das Fahrrad gegenüber dem Auto attraktiv machen.

Offen ist noch die Finanzierung. Der Regionalverband setzt auf einen Kraftakt mit Land, Bund sowie Kommunen. Katharina Reiche (CDU), Staatssekretärin im Bundesbauministerium, deutete gestern an, dass der Bund beim Bau einzelner Abschnitte, etwa an der B1 in Dortmund oder am Kanal in Hamm, einsteigen könnte. Die Landesregierung hatte sich in der Vergangenheit sehr deutlich zum Radschnellweg bekannt.

Zumindest im Westen kann der Radschnellweg auf Vorarbeiten aufbauen. Zwischen Essen und Duisburg baut der RVR derzeit die Trasse der alten Rheinischen Bahn als Radweg aus. Ein erster, etwa 5 Km langer Abschnitt zwischen Essener Uni und Stadtgrenze Mülheim ist bereits fertig. Wichtig über das Ruhrgebiet hinaus: Ein späterer Weiterbau des Radschnellweges bis zum neuen Fachhochschulstandort in Kamp-Lintfort ist angedacht, ebenso ein Anschluss nach Krefeld. Die Machbarkeitsstudie sieht vor, dass der Schnellweg linksrheinisch in Duisburg-Rheinhausen beginnt. Die Hochfelder Eisenbahnbrücke soll als Rheinquerung ausgebaut werden. Das alleine kostet knapp 10 Mio Euro.

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