Präsidentenwahl im Iran – Öffnung oder Abschottung?

Anhänger des iranischen Präsidenten Hassan Ruhani (r.) und seines Gegenkandidaten Ebrahim Raeissi am Mittwoch in der iranischen Hauptstadt Teheran.
Anhänger des iranischen Präsidenten Hassan Ruhani (r.) und seines Gegenkandidaten Ebrahim Raeissi am Mittwoch in der iranischen Hauptstadt Teheran.
Foto: Vahid Salemi / dpa
Bekommt der moderate Amtsinhaber Ruhani eine zweite Chance? Am Freitag können 56 Millionen Iraner ihren künftigen Präsidenten wählen.

Teheran.  Die Iraner sind am Freitag zur Wahl eines neuen Präsidenten aufgerufen. Mehr als 56 Millionen Wahlberechtigte können von 5.30 Uhr mitteleuropäischer Zeit an bestimmen, ob sie dem moderaten Präsidenten Hassan Ruhani eine zweite Amtszeit geben oder einen politischen Wechsel wollen. Sein Hauptrivale ist Ebrahim Raeissi, der Spitzenkandidat des erzkonservativen Klerus. Die anderen beiden Kandidaten gelten als chancenlos.

Die Wahl wird auch als Referendum über den Kurs des Landes angesehen: Ruhanis Öffnungs- steht gegen Raeissis Abschottungspolitik. Ruhani ist zwar Favorit, aber Raeissi genießt die Unterstützung des Klerus sowie der staatlichen Medien. Beobachter glauben, dass Ruhani von einer hohen und umgekehrt Raeissi von einer niedrigen Wahlbeteiligung profitieren wird.

Kandidaten haben sich Wahlkampf hart attackiert

In einem hitzigen Wahlkampf hatten die beiden Kleriker kein Blatt vor dem Mund genommen. „Die (Raeissi und seine Gruppe) wollen die Religion für ihre politischen Ziele ausnützen“, sagte Ruhani. Bei der Wahl müssten die Iraner entscheiden, welchen Weg sie gehen wollen: Freiheit oder „Frauen und Männer durch Mauern getrennt“. „Es geht um euer Schicksal und das eurer Kinder“, so der iranische Präsident.

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Raeissi seinerseits warf Ruhani vor, Lügen zu verbreiten und unfähig zu sein, das Land zu regieren. „Herr Ruhani, Sie bringen das einfach nicht“, so der 56-jährige frühere Generalstaatsanwalt Teherans. Auch dessen international gepriesenes Atomabkommen mit dem Westen verglich er mit einem Scheck, den der Präsident nicht einlösen könne. Wirtschaftlich habe Ruhani versagt und sei besonders für die hohe Arbeitslosigkeit verantwortlich, so Raeissi.

Endergebnisse spätestens am Sonntag

Die Wahllokale werden am Freitag voraussichtlich bis 21.30 mitteleuropäischer Zeit geöffnet sein. Erste Prognosen soll es am Samstagmorgen geben. Laut Innenminister Abdulresa Rahman Fasli werden die Endergebnisse Samstagabend oder spätestens am Sonntag bekanntgeben. (dpa)

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