Polizisten-Rap entfacht Kritik an Personalwerbung des Landes

Auf zwei Youtube-Videos will die Polizei mit musikalischen Ständchen für ihre Ausbildungsplätze werben.
Auf zwei Youtube-Videos will die Polizei mit musikalischen Ständchen für ihre Ausbildungsplätze werben.
Schutzmänner als Rapper – für diese Werbeaktion gab es im Internet viel Häme. Dies war Anlass für eine Debatte im Landtag, wie die Ressorts besser um Nachwuchs werben können. Besondere Probleme hat dabei die Finanzverwaltung.

Düsseldorf. Nach dem peinlichen Werbevideo der NRW-Polizei mit Schutzmännern als Rapper, das im Internet viel Spott erntete, ist im Landtag eine Debatte über den richtigen Umgang mit dem Fachkräftemangel des öffentlichen Dienstes entbrannt. Offenbar werben die einzelnen Ministerien mit sehr unterschiedlichem Aufwand um neues Personal – und zeigen sich dabei nicht sonderlich kreativ.

Wie aus der Antwort auf eine Anfrage der FDP hervorgeht, sind das Innenministerium und seine Polizei die mit Abstand eifrigste Behörde bei der Außendarstellung. In den vergangenen drei Jahren wurden 557.000 Euro für 27 Aufträge an Werbeagenturen ausgegeben. Das Spektrum reichte von Werbetrucks, Streetbasketball-Aktionen über Kinospots bis hin zu Videoclips. Es sei so gelungen, 5377 Nachwuchskräfte einzustellen, heißt es.

„Kein Geld für Klamauk“

Die Finanzverwaltung, ein Sorgenkind im Ringen um qualifizierte Fachleute, wendete dagegen nur 50.300 Euro auf. Das Werberepertoire beschränkt sich weitgehend auf Workshops und Messestände.

FDP-Fraktionsvize Ralf Witzel beklagt einen Wildwuchs bei der Nachwuchswerbung: „Wir brauchen die besten Kräfte im Landesdienst und daher eine gründliche Überprüfung, ob die heutige Personalwerbung bedarfsgerecht für alle Berufsbilder ist und ihre Zielgruppen auch tatsächlich erreicht.“ Bei der Art der Ansprache und den Budgets gebe es enorme Unterschiede.

„Eine Koordination des Personalmarketings ist ebenso angeraten wie eine gerechtere Mittelverteilung zwischen den Ressorts. Für Klamauk wie Videoclips mit rappenden Polizisten dürfen knappe Gelder nicht länger vergeudet werden“, so Witzel.

Im Fall der Finanzverwaltung, die im Ringen um Top-Leute oft gegenüber der Privatwirtschaft das Nachsehen hat, gibt es Bewegung. Das Finanzministerium hat den Etat-Posten für Personalwerbung auf 125.000 Euro erhöht. Der Finanzausschuss des Landtags macht sich für eine Heraufsetzung um noch einmal 100.000 Euro stark.

 
 

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