Polizei in Bayern: Diese neuen Fahrzeuge sorgen für Entsetzen – „Ist jetzt Krieg ausgebrochen?“

Polizei in Bayern: Joachim Herrmann präsentierte stolz die neuen Einsatz-Fahrzeuge.
Polizei in Bayern: Joachim Herrmann präsentierte stolz die neuen Einsatz-Fahrzeuge.
Foto: Daniel Karmann/dpa

Die Polizei in Bayern verfügt nun über zwei ganz spezielle Einsatz-Fahrzeuge. Stolz präsentierte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann jetzt zwei Neuanschaffungen seiner Polizei. Doch nicht wenige Steuerzahler sind entsetzt.

Im Netz fragen manche sogar schon: „Ist jetzt in Deutschland Krieg ausgebrochen?“.

Polizei in Bayern rüstet mit Militärfahrzeugen auf – entsetzte Reaktionen

Dass die Polizei modern und professionell ausgerüstet sein muss, um für die Sicherheit zu sorgen und das Recht durchzusetzen, ist unstrittig. Doch übertreibt es die bayerische Staatsregierung hier vielleicht?

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Polizei in Bayern:

  • Die Landespolizei Bayerns ist nach der NRW-Polizei die zweitgrößte Landespolizei in der Bundesrepublik Deutschland.
  • Sie hat rund 41.400 Beschäftigte, davon rund 33.500 Waffenträger.
  • Sitz des Bayerischen Landeskriminalamtes ist in München, dazu kommen zehn Polizeipräsidien.
  • Bayern gibt 2020 laut Haushaltsplan fast 3,8 Milliarden Euro für die Polizei aus.
  • Die Aufklärungsquote aller Verbrechen beläuft sich seit Jahrzehnten im Bereich von 64 bis 66 Prozent.

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Nun präsentierte nämlich der bayerische Innenminister Joachim Herrmann in Nürnberg zwei neue „Offensivfahrzeuge“ der Polizei. Es handelt sich um Spezialfahrzeuge für „besonders gefährliche Einsatze“, so heißt es in der Pressemitteilung.

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„Dank der wirksamen Panzerung sind unsere Spezialeinheiten bestmöglich geschützt, vor allem bei Terror- oder Amoklagen“, erläuterte Minister Herrmann. Eines der beiden Fahrzeuge verfügt sogar über einen drehbaren Waffenturm, das andere über eine von innen bedienbare Waffenstation.

Insgesamt hat die Staatsregierung dafür 2,4 Millionen Euro ausgegeben. Die Anschaffung sei eine Reaktion auf den Terror. „Die Erfahrungen mit Terroranschlägen in Europa und anderswo zeigen auf erschreckende Weise, dass Terroristen schwerbewaffnet schlimmen Schaden anrichten können. Das Geld ist deshalb hervorragend angelegt“, erläutert der CSU-Minister.

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Jeweils ein Fahrzeug werde in Nürnberg und eines in München stationiert sein, um auf Einsatzlagen im ganzen Freistaat reagieren zu können.

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Entsetzte Reaktion auf Investition der Polizei Bayern: „Ihr seid eine Landespolizei, nicht die Bundeswehr“

Im Netz reagieren jedoch nicht wenige allergisch auf die Neuanschaffung der Polizei. Im Kommentarbereich unter dem Beitrag der Polizei Mittelfranken sammeln sich entsetzte Reaktionen:

  • „Ist jetzt in Deutschland schon der Krieg ausgebrochen oder warum wird die Polizei militarisiert?“
  • „Das sieht eher nach paramilitärischer Einheit aus. Leider ist eine derartige Aufrüstung seitens der verschiedenen Polizeien weltweit auf dem Vormarsch.“
  • „Schweres militärisches Equipment bei der Polizei. War ja schon in den USA eine Spitzenidee. Wofür zur Hölle glaubt Ihr braucht Ihr das?“
  • „Mit Verlaub, aber das geht zu weit. Ihr seid eine Landespolizei, nicht die Bundeswehr.“
  • „Wir hätten alle gerne den freundlichen Polizei-Onkel an der Ecke zurück. Ja, die Zeiten sind anders. Aber Eskalation geht nicht nur von einer Seite aus.“
  • „Wollen Sie uns gegen eine feindliche Invasion verteidigen? Wir sind doch nicht in den USA, wo die Polizei mit Kriegsgerät ausgestattet wird.“
  • „Was ist aus dem schönem 'Bürger in Uniform geworden?' DAS erinnert mich an eine paramilitärisch Einheit und macht mir Angst!“

Auch die Piratenpartei übt deutliche Kritik an der Investition der bayerischen Polizei. Die Partei lässt über Twitter mitteilen: „Der Einsatz gepanzerter Fahrzeuge zu polizeilichen Zwecken kann dazu beitragen, dass Auseinandersetzungen und Gewalt zusätzlich eskalieren. Die Polizei entfremdet sich dadurch immer mehr von den Bürgern.“

 
 

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