Politiker-Mord in Moskau löst Entsetzen aus

Moskau.  Nach dem Mord an dem russischen Oppositionspolitiker Boris Nemzow haben am Sonntag in Moskau Zehntausende an einem Trauermarsch teilgenommen. Menschen allen Alters, viele von ihnen mit Rosen und Nelken in den Händen, kamen im Gedenken an den Ex-Vizeregierungschef in das Stadtzentrum – bewacht von einem Großaufgebot an Sicherheitskräften. Auf Plakaten waren Aufschriften zu sehen wie „Ich fürchte mich nicht“, aber auch „Ich fürchte mich – wer ist der Nächste?“.

Der 55-jährige Nemzow war in der Nacht zum Samstag unweit des Kreml mit vier Schüssen in den Rücken ermordet worden. Er war in Begleitung einer jungen Frau aus der Ukraine. Die Tat löste international Trauer und Entsetzen aus. Am Tatort legten viele trauernde und weinende Menschen Blumen und Heiligenbilder nieder.

Die russischen Behörden gehen von einem Auftragsmord aus. Nemzow gehörte zu den schärfsten Gegnern von Präsident Putin. Nur wenige Stunden vor seiner Ermordung hatte er seine scharfe Kritik an dem Kremlchef bekräftigt. „Der gewichtigste Grund der Krise ist, dass Putin eine sinnlos aggressive, für unser Land und für viele Bürger tödliche Politik des Krieges gegen die Ukraine begonnen hat“, hatte er im Radio gesagt.