Platzeck: Merkel muss in Russland-Beziehung vermitteln

Bundeskanzlerin Angela Merkel trifft in Sotschi auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin.
Bundeskanzlerin Angela Merkel trifft in Sotschi auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin.
Foto: Michael Kappeler / dpa
Der Vorsitzende des Deutsch-Russischen Forums sieht das Treffen von Merkel und Wladimir Putin als Chance. Merkel müsse vermitteln.

Berlin.  Der Vorsitzende des Deutsch-Russischen Forums, Matthias Platzeck (SPD), sieht in dem Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei Russlands Staatschef Wladimir Putin die Chance auf eine Annäherung zwischen Europa und Russland. „Ich hoffe, dass die Bundeskanzlerin eine Vermittlerrolle für Europa einnehmen kann“, sagte Platzeck unserer Redaktion.

Merkel habe im Wahlkampf gesagt, dass man kein Problem ohne die Russen lösen könne, nicht den Klimawandel, die Flüchtlingsfrage, die Terrorbekämpfung und auch nicht die Iranfrage. „Die Kanzlerin muss jetzt viel besprechen, um den Frieden zu wahren“, so Platzeck. „Ich sehe in dem Treffen von Merkel und Putin eine große Chance.“

Der frühere SPD-Vorsitzende beklagte eine zunehmende Entfremdung zwischen Bevölkerung und Politik in der Frage des Umgangs mit Russland: „Ich bin jede Woche auf mehreren Veranstaltungen zum Thema Russland, ob Erfurt, Darmstadt und anderswo, und die Leute formulieren immer wieder den Wunsch: Macht endlich etwas Vernünftiges und versteht euch wieder mit den Russen.“

Platzeck: Großer Unterschied zwischen Sichtweise in Bevölerung und der Politik

Zu oft erlebe er, dass zwischen dem, was in Küchen und Freundeskreisen gesprochen werde und dem was Politiker äußern, ein zu großer Unterschied bestehe. „Das ist kein guter Zustand für unsere Demokratie.“

Auch in der russischen Bevölkerung nehme er einen Zustand wahr, der ihm Sorgen mache: „Auch in Zeiten des Kalten Krieges war der Westen für die normalen Russen oft der Sehnsuchtsort schlechthin. Wenn man heute mit Russen redet, spätestens seit dem Attentat auf Skripal und der sofortigen Schuldzuweisungen an Russland, herrscht dort eine ausgeprägte antiwestliche Stimmung.“ (diz)

 
 

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