Piratenpartei besorgt über Zulauf von Scientologen

Nicht nur die Polizei beobachtet die Scientologen, auch die Piratenpartei verfolgt, ob Anhänger vermehrt in ihre Partei eintreten. Foto: Clemens Bilan/ddp
Nicht nur die Polizei beobachtet die Scientologen, auch die Piratenpartei verfolgt, ob Anhänger vermehrt in ihre Partei eintreten. Foto: Clemens Bilan/ddp
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Die Piratenpartei befürchtet, gezielt von Scientologen unterwandert zu werden. Der Bundesvorstand beobachte den Zulauf von Mitgliedern der Sekte aufmerksam, so der stellvertretende Vorsitzende. Vor allem Nordrhein-Westfalen sei betroffen.

Berlin.. Der Piratenpartei droht neuer Ärger aus den eigenen Reihen: Die Spitze der Partei sorgt sich um den vermehrten Zulauf von Scientologen. "Der Bundesvorstand verfolgt aufmerksam das vermeintliche Engagement von Angehörigen der Organisation Scientology", sagte am Mittwoch der stellvertretende Vorsitzende Bernd Schlömer in Berlin. Die Partei diskutiert zudem einen Antrag, der Scientologen die Mitgliedschaft in der Partei verbieten soll.

Schlömer sagte weiter, diese Entwicklung betreffe bisher vor allem Nordrhein-Westfalen. Eine Sprecherin von Scientology Düsseldorf sagte auf Anfrage, dies sei "auf keinen Fall von uns initiiert". Das parteiliche Engagement sei bei Scientology Privatsache. Sie wisse zudem nichts von Scientologen, die sich bei den Piraten engagierten.

Die Piraten in NRW reagieren mit deutlichen Worten: "Wir verwehren einem Piraten, der bekennender Scientologe ist, inzwischen die Mitarbeit und haben zudem schon mehreren Scientologen die Mitgliedschaft verweigert", sagte ein Sprecher.

Regionale Piraten in der Verantwortung

Die Piraten waren zuletzt in die Kritik geraten, weil sie frühere NPD-Mitglieder aufgenommen hatten. Über Neuaufnahmen entschieden stets die regionalen Piratenorganisationen, sagte Schlömer. Sie müssten dann auch "die Folgen und Konsequenzen eines Engagements von Angehörigen der Organisation Scientology" verantworten.

Als möglichen Ausweg zeigte der stellvertretende Bundesvorsitzende ein Regelwerk für die Aufnahme von Mitgliedern auf. "Lediglich der Bundesparteitag - und damit die Basis - ist befugt, etwaige Regularien oder Satzungsänderungen zu beschließen", sagte Schlömer.

Mitglieder berichten von "eindeutigen Hinweisen"

Die Piraten kommen Anfang Dezember in Offenbach zu ihrem nächsten Bundesparteitag zusammen. Im Internet wurde bereits ein Antrag für ein Verbot von Scientologen in der Piratenpartei intensiv diskutiert. Demnach sollen Engagements in beiden Organisationen nicht miteinander vereinbar sein.

Piraten aus Nordrhein-Westfalen berichteten zudem im Netz über "eindeutige Hinweise auf sehr aktive Scientologen unter den neuen Mitgliedern". Auch Sitzungsprotokolle benannten das Problem.

 
 

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