Piraten-Politikerin lässt Gratis-Verbreitung ihres Buches verbieten

Piraten-Politikerin Julia Schramm will eigenes Buch nicht gratis im Internet verbreitet sehen.
Piraten-Politikerin Julia Schramm will eigenes Buch nicht gratis im Internet verbreitet sehen.
Foto: dapd
Freies Kopieren von Musik und Büchern im Internet - dafür setzt sich die Piraten-Partei ein. Doch für eigene Bücher gilt das offenbar nicht. Die Piraten-Politikerin Julia Schramm zumindest findet es richtig, dass ihr Verlag die kostenlose Verbreitung ihres Buchs "Klick mich" im Netz verhinderte.

Berlin.. Trotz negativer Reaktionen bleibt die Piraten-Politikerin Julia Schramm dabei: Ihr Buch "Klick mich" wird nicht mehr frei im Internet verfügbar sein. Das Vorgehen ihres Verlags gegen illegale Kopien des Buches im Internet sei richtig, sagte sie der Zeitung "Die Welt". Dass viele Internetnutzer das nicht verstünden, habe sie erwartet, sagte Schramm weiter. "Die Entstehung und die Vermarktung des Buches ist für viele problematisch."

"Klick mich" handelt vom Leben der Piraten-Politikerin im und mit dem Internet. Kurz nach der Buchveröffentlichung am Montag war im Internet eine Kopie aufgetaucht. Die Datei wurde bei dem Dienst Dropbox, der Speicherplatz anbietet, eingestellt. Von dort konnte jeder das Buch kostenlos herunterladen, der Link dazu wurde über soziale Netzwerke verbreitet. Schramms Verlag ließ die Kopie schnell sperren - obwohl sich die Piratenpartei und Schramm eigentlich für ein Recht auf kostenlose Privatkopien von urheberrechtlich geschützten Werken einsetzen.

"Gelbe Karte" für Privatnutzer

Verleger Wolfgang Ferchl sagte, der Knaus Verlag werde auch weiterhin gegen illegale Kopien des Buches vorgehen. Privatnutzer sollten jedoch zunächst auf ihr Fehlverhalten hingewiesen werden und erst bei wiederholten Verstößen Post vom Anwalt bekommen. Diese Version einer "gelben Karte" unterstützt auch Schramm. "Das ist ein konstruktiver Vorschlag, wie es in der festgefahrenen Urheberrechtsdebatte weitergehen kann", sagte sie der "Welt". Wie mögliche wiederholte Verstöße kontrolliert werden sollen, erläuterte sie nicht.

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