Physiklehrer werden knapp in NRW

Wilfried Goebels
Physikunterricht mit Lehrer (2. v. re.). In dem Schulfach bahnt sich ein Lehrermangel an, warnen Experten.
Physikunterricht mit Lehrer (2. v. re.). In dem Schulfach bahnt sich ein Lehrermangel an, warnen Experten.
Foto: Archiv/Volker Speckenwirt, WAZ FotoPool
Dem Schulfach Physik drohen in den kommenden Jahren die Lehrer auszugehen. Das meldet die Deutsche Physikalische Gesellschaft. Schon jetzt sinke die Zahl der Studienabsolventen. Bis 2020 würden jährlich mehr als 300 Physiklehrer aus dem Schuldienst ausscheiden.

Düsseldorf. Physiklehrer an NRW-Schulen werden knapp. Nach Angaben der Deutschen Physikalischen Gesellschaft treten in den nächsten 15 Jahren im Westen Deutschlands 50 Prozent der Physiklehrer in den Ruhestand.

Zum Schuljahresbeginn 2014/15 stehen nach Angaben des NRW-Schulministeriums für die Sekundarstufe I und II insgesamt 105 ausgebildete Physiklehrer zur Einstellung zur Verfügung. Weitere Stellenausschreibungen sollen folgen. Pro Jahr scheiden allerdings bis 2020 nach Schätzungen des Ministeriums 313 Physiklehrer wegen Erreichens der Altersgrenze aus.

Zahl der Lehramtsabsolventen in Physik deutlich gesunken

Für alle Schulen besteht die Möglichkeit, falls sie keine ausgebildeten Lehrkräfte mit Erster oder Zweiter Staatsprüfung finden, Seiteneinsteiger ohne Lehramtsbefähigung einzustellen. Die Lehrbefähigung kann dann mit einer Staatsprüfung nachgeholt werden.

Insgesamt schlossen 2012 an den NRW-Hochschulen 334 Physik-Studenten ihr Lehramtsstudium erfolgreich ab – 2010 waren dies noch 405. Bei den Studienanfängern sank die Zahl von 1408 im Jahr 2011 auf 974 im Jahr 2012. Die FDP-Abgeordnete Angela Freimuth beklagte, dass bereits heute in NRW häufig der Physikunterricht ausfällt. Deshalb wäre eine weitere „Verschärfung dieser Mangelsituation fatal“.