Petry wirbt für „völkisch“

Berlin..  AfD-Chefin Frauke Petry hat mit einem Plädoyer für eine positivere Besetzung des Begriffs „völkisch“ scharfe Kritik auf sich gezogen. Petry hatte der „Welt am Sonntag“ gesagt, es sei eine „unzulässige Verkürzung“, wenn gesagt werde, „völkisch ist rassistisch“. Sie benutze den Begriff zwar selbst nicht, aber ihr missfalle es, „dass er ständig nur in einem negativen Kontext benutzt wird“. Der Begriff „völkisch“ sei letztlich „ein zugehöriges Attribut“ zum Wort „Volk“, sagte Petry.

Der SPD-Politiker Niels Annen zeigte sich angesichts dieser Auffassung entsetzt: „Das ist kein Spaß mehr: AfD wirbt offen um Rechtsradikale“, schrieb Annen im Kurznachrichtendienst Twitter.

In der Ideologie und im Vokabular der Nationalsozialisten spielte der Begriff „völkisch“ eine entscheidende Rolle. Bis heute wird er in rassistischen Kontexten verwendet.

Ihre Äußerungen platzierte Petry genau eine Woche vor der Abgeordnetenhauswahl in Berlin. Vor Wahlen mit provokanten Thesen oder Begriffen Aufsehen zu erregen, ist ein bekanntes Muster der Alternative für Deutschland.

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