Petition für zweites EU-Referendum offenbar manipuliert

Mit einer Petition ans Parlament und Protesten versuchen vor allem junge Briten, den Austritt ihres Landes aus der EU doch noch zu verhindern.
Mit einer Petition ans Parlament und Protesten versuchen vor allem junge Briten, den Austritt ihres Landes aus der EU doch noch zu verhindern.
Foto: Getty Images
Die Petition für ein zweites EU-Referendum hat inzwischen mehr als drei Millionen Unterstützer. Doch die Eingabe scheint manipuliert.

London..  Der Ruf nach einem zweiten EU-Referendum wird lauter: Weit mehr als drei Millionen Briten verlangen per Petition, noch einmal abstimmen zu dürfen. Allerdings dämpfen Experten die Hoffnung. Eine zweite Volksbefragung werde es nicht geben, sagte der Wahlforscher John Curtice der britischen Nachrichtenagentur PA.

Das Gesuch ans Parlament stammt aus der Zeit vor dem Referendum. Ende Mai hatte der Brite William Oliver Healey die Petition eingereicht und verlangt: Sollte die Wahlbeteiligung unter 75 Prozent liegen und das Ergebnis knapper als 60 zu 40 Prozent sein, solle nochmal abgestimmt werden. Beides ist eingetreten. Ironischerweise ist Healey ein Brexit-Befürworter, die Petition hatte er auf den Weg gebracht für den Fall, dass sich die Briten mehrheitlich für einen Verbleib in der EU entscheiden. Nachdem das Land für den Brexit gestimmt hat, wächst nun die Zahl der Unterstützer rasant.

39.000 Unterstützer aus der Vatikan-Stadt

Allerdings kommen die Unterzeichner der Petition nicht nur aus Großbritannien selbst, wie „The Guardian“ berichtet. Demnach gebe es Unterzeichner aus etlichen anderen Ländern, darunter Island, Tunesien und Australien. Aus der Vatikan-Stadt hätten sogar mehr als 39.000 Bürger die Petition unterzeichnet – obwohl dort gerade einmal 800 Menschen leben.

Um die Petition unterzeichnen zu können, muss man entweder britischer Staatsbürger oder als Einwohner im Vereinigten Königreich gemeldet sein. Auf der Website muss man dies lediglich bejahen und mit der Eingabe einer Postleitzahl bestätigen, um seine Stimme abgeben zu können. (küp/dpa)

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