Paris plant höhere Besteuerung von Aktienoptionen

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Paris. Frankreich hat nach den Enthüllungen um angebliche Insidergeschäfte bei EADS und Airbus die Weichen für eine verstärkte Besteuerung von Aktienoptionen gestellt.

Er sei für eine neue Abgabe auf Seiten der Unternehmen, sagte Haushaltsminister Eric Woerth am Donnerstag nach einer Kabinettssitzung mit Präsident Nicolas Sarkozy in Paris. «Wir sind dabei, die Maßnahmen zu entwickeln.» Auf einen Besteuerungssatz habe sich Paris noch nicht festgelegt. Dieser werde aber auf «einem niedrigen Niveau» liegen, sagte Woerth. «Es geht nicht darum, Aktienoptionen den Garaus zu machen.» Dies gelte auch für die Ausgabe von Gratisaktien an Manager.

In Frankreich hat es immer wieder Debatten um eine höhere Besteuerung der Aktienoptionen gegeben. Mit dem Vorwurf, Manager von EADS und der Tochter Airbus hätten vor der Bekanntgabe der Lieferprobleme beim Riesenflugzeug A380 mit Insiderwissen Optionen zu Geld gemacht, bekam das Thema nun wieder neue Nahrung.

Der zur Regierungspartei UMP gehörende Abgeordnete Yves Bur hat eine Besteuerung von 2,5 Prozent auf Seiten des Unternehmens vorgeschlagen. Die Einnahmen sollen in die chronisch defizitäre Sozialversicherung fließen. Die oppositionellen Sozialisten bereiten dagegen einen Gesetzentwurf für eine Sozialabgabe von acht Prozent auf die Gewinne vor. Der französische Rechnungshof hatte jüngst berechnet, dass die bisherige Freistellung von Aktienoptionen bei Sozialabgaben Frankreich jährlich rund drei Milliarden Euro kostet.

Aktienoptionen sollen Managern einen Anreiz geben, den Börsenkurs ihres Unternehmens zu steigern. Denn die Umwandlung und der Verkauf der dann erhaltenen Aktien lohnt sich nur, wenn der Kurs der Firmenaktie gestiegen ist. Andernfalls verzichtet der Manager auf die Umwandlung und lässt die Option verfallen. In Frankreich werden die Aktienoptionen bisher bis zu drei Mal besteuert: Bei der Ausgabe, wenn der Rabatt gegenüber dem Börsenkurs höher als fünf Prozent liegt; bei der Umwandlung der Option in Aktien mit gestiegenem Kurswert und schließlich beim Verkauf an der Börse.

EADS-Chef Louis Gallois hatte diese Woche angekündigt, er wolle das System der Aktienoptionen nun ganz abschaffen, das er mit einer «Lotterie» verglich. Demnach stellen sie nur noch 20 Prozent der Zusatzvergütungen neben dem Grundgehalt in dem Konzern dar. 80 Prozent laufe inzwischen über die Ausgabe von Gratisaktien an die Manager. (afp)

 
 

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