Opposition zweifelt an Studienplatzgarantie in NRW

Tobias Blasius
NRW-Wissenschaftministerin Svenja Schulze ist sich sicher: Es wird in NRW genügend Studienplätze geben.
NRW-Wissenschaftministerin Svenja Schulze ist sich sicher: Es wird in NRW genügend Studienplätze geben.
Foto: dpa
Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) sagt, dass es genug Studienplätze für den doppelten Abiturjahrgang gibt. Die Opposition ist entrüstet und wirft der Landesregierung „Schönfärberei“ vor. Die Zahl der Studienanfänger soll um mindestens 20 Prozent auf 123.000 steigen.

Düsseldorf. Wenige Wochen vor dem Hochschulstart des doppelten Abiturjahrgangs ist zwischen der rot-grünen Landesregierung und der Opposition ein heftiger Streit über Studienchancen in NRW entbrannt.

Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) nannte die Lage am Mittwoch „beruhigend“ und sagte: „Im kommenden Wintersemester stehen ausreichend Studienanfängerplätze in NRW bereit.“ Allenfalls komme nicht jeder mit seinem Wunschfach am Wunschort zum Zuge. CDU, FDP und Piratenpartei sprachen von „Schönfärberei“.

Wegen der Schulzeitverkürzung strömen diesmal zwei Abiturjahrgänge an die Hochschulen, so dass die Zahl der Studienanfänger um mindestens 20 Prozent auf 123.000 steigen soll. Die Hochschulen haben mehr als die Hälfte aller Fächer mit Zulassungsbeschränkungen (Numerus clausus) versehen.

Semesterstart an Fachhochschulen am 16. September, die Universitäten beginnen am 14. Oktober

An begehrten Unistandorten wie Köln sind einige Studiengänge um das Zehnfache überzeichnet. Bis zum 5. August sollen die Abiturienten in den besonders gefragten Studiengängen Bescheid bekommen, ob sie einen Platz erhalten oder ein Nachrückverfahren abwarten müssen. Semesterstart an den Fachhochschulen ist am 16. September, die Universitäten beginnen am 14. Oktober.

„Es ist zu befürchten, dass eine beachtliche Zahl an Bewerbern leer ausgeht“, kritisierte FDP-Fraktionsvize Angela Freimuth. Vor allem in Medizin, vielen Geisteswissenschaften und Lehramtsstudiengängen werde die Nachfrage das Angebot übersteigen.

Ministerin Schulze verwies dagegen darauf, dass die Hochschulen 4000 zusätzliche Mitarbeiter in Lehre und Verwaltung eingestellt, rund 125 000 Quadratmeter zu­sätzliche Fläche geschaffen und ihre Infrastruktur „deutlich verbessert“ hätten. Die Vorsitzende der Lan­desrektorenkonferenz, Ursula Gather von der Technischen Universität Dortmund, gab auch Entwarnung: „Insgesamt bieten wir 2013 so viele Studienplätze an wie nie zuvor.“

CDU-Hochschulpolitiker Stefan Berger sprach von einem „gefährlichen Blindflug“ zu Lasten der Abiturienten. Piraten-Fraktionschef Joachim Paul sagte, das Land verharmlose die hohen Hürden für Studienanfänger 2013.