Opel will in Bochumbis 2016 Autos bauen

Stefan Schulte
Beim Bochumer Opel-Werk sollen noch bis 2016 Autos vom Band laufen. Das ist laut Betriebsrat Teil der Einigung mit der Unternehmensführung. Unklar ist noch, was die Arbeitnehmer im Gegenzug angeboten haben.
Beim Bochumer Opel-Werk sollen noch bis 2016 Autos vom Band laufen. Das ist laut Betriebsrat Teil der Einigung mit der Unternehmensführung. Unklar ist noch, was die Arbeitnehmer im Gegenzug angeboten haben.
Foto: ddp
Essen.Das Opel-Werk in Bochum soll bis Ende 2016 Autos bauen und darüber hinaus als Komponentenwerk und Teilelager erhalten bleiben. In der Produktion würden 600 der aktuell 3300 Arbeitsplätze bestehen bleiben, hinzu kämen 600 Lager-Jobs. 700 Mitarbeiter sollen bereits ab April über Abfindungen und Altersteilzeit ausscheiden. Wer nach 2016 keinen Anschluss-Job hat, soll bis 2018 in eine Transfergesellschaft wechseln können.

Essen. Das Opel-Werk in Bochum soll bis Ende 2016 Autos bauen und darüber hinaus als Komponentenwerk und Teilelager erhalten bleiben. In der Produktion würden 600 der aktuell 3300 Arbeitsplätze bestehen bleiben, hinzu kämen 600 Lager-Jobs. 700 Mitarbeiter sollen bereits ab April über Abfindungen und Altersteilzeit ausscheiden. Wer nach 2016 keinen Anschluss-Job hat, soll bis 2018 in eine Transfergesellschaft wechseln können.

Auf diese und weitere Eckpunkte hat sich Opel gestern mit der Arbeitnehmerseite geeinigt. Einer hat diesen „Mastervertrag“ allerdings nicht unterschrieben: Bochums Betriebsratschef Rainer Einenkel.

Keine Perspektive für die Menschen im Ruhrgebiet

Während der Opel-Gesamtbetriebsrat von einem „Durchbruch“ und das Opel-Management von einem „Meilenstein“ sprachen, sieht Einenkel in dem Papier „keine Perspektive für die Menschen im Ruhrgebiet“, wie er unserer Zeitung sagte. Ihm fehlen konkrete Zusagen, was für Ersatzarbeitsplätze Opel schaffen will. Ohne die will er dem Aus der Fertigung nicht zustimmen.

Damit stellt sich Einenkel gegen die Betriebsräte aus Rüsselsheim, Kaiserslautern und Eisenach, die dem Plan zustimmen wollen, um ihre Standorte zu sichern. Auch die IG Metall in NRW reagiert zurückhaltend. „Heute haben wir erst einen Zwischenstand erreicht“, betont Bezirksleiter Knut Giesler.

Für einen verbindlichen Tarifvertrag haben sich Opel und IG Metall einen weiteren Monat, also bis Ende März, Zeit gegeben. Bis dahin soll Opel im Detail darlegen, was in Bochum gebaut werden soll. Knackpunkt ist zudem die Streichung der Bochumer Nachtschicht bereits im April. Für die wegfallenden 700 Stellen soll Opel Abfindungen, Altersteilzeit-Modelle oder andere Jobs anbieten. Doch was passiert, wenn das nicht reicht? Für alle Standorte sollen Kündigungen bis 2016 ausgeschlossen werden – allerdings nicht für die 700 in Bochum zu streichenden Stellen. Kündigungen soll es „nur unter Zustimmung des Betriebsrats“ geben, heißt es.

Die anderen deutschen Standorte haben Bestandsschutz und neue Modelle zugesagt bekommen, entsprechend dringen sie auf einen Abschluss. Scheitert der „Mastervertrag“, würden alle wieder auf eine Arbeitsplatzgarantie nur bis 2014 zurückfallen. Damit lastet der ganze Druck auf Einenkel. Er will sich nun mit seinen Kollegen in Bochum abstimmen.