Österreich: Politiker mit irrem Vergleich – „Der Koran ist gefährlicher als...“

Österreich: FPÖ-Chef Norbert Hofer schockierte am Dienstag mit einer krassen Aussage zum Koran.
Österreich: FPÖ-Chef Norbert Hofer schockierte am Dienstag mit einer krassen Aussage zum Koran.
Foto: imago images / CHROMORANGE

Wien. Skandal-Aussage bei Demo in Wien (Österreich)!

Norbert Hofer (49), Chef der rechtspopulistischen FPÖ, trat am Dienstag bei einer Kundgebung seiner Partei am Viktor-Adler-Markt in Wien vor die Mikrofone. Doch was er von sich gab, löste eine Welle der Empörung aus und brachte ihm heftige Kritik von Vertretern mehrerer Parteien und Verbänden in Österreich ein.

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Österreich: FPÖ-Chef Norbert Hofer findet den Koran gefährlicher als Corona

„Ich fürchte mich nicht vor Corona, Corona ist nicht gefährlich“, hatte Norbert Hofer am Dienstag bei der Veranstaltung mit dem Titel „Wir sind das Gegengewicht“ gesagt. „Da ist der Koran gefährlicher, meine Lieben, als Corona.“

Der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ), Ümüt Vural, ist empört. Hofers Aussagen seien eine „unglaubliche Entgleisung“ und eine Beleidigung der gesamten muslimischen Bevölkerung. Er bittet die Wiener Staatsanwaltschaft, die Aussagen des FPÖ-Mannes zu überprüfen. Die Österreicher Sozialdemokraten bezeichnen Hofers Vergleich als „vollkommen inakzeptabel“.

Anzeigen wegen Verhetzung und Herabwürdigung

Andere gehen jedoch bereits einen Schritt weiter – und erstatteten Anzeige gegen Norbert Hofer. Darin wird dem Politiker Verhetzung und die Herabwürdigung religiöser Lehren vorgeworfen. Sowohl die ehemalige Nationalratsabgeordnete Martha Bißmann (40) von der Liste SÖZ (Soziales Österreich der Zukunft) als auch die „Initiative muslimischer Österreicher*innen“ (IMÖ) griffen zu diesem strafrechtlichen Mittel. Dabei zeigte die IMÖ sogar nicht nur Hofer selbst, sondern die gesamte FPÖ als Veranstalter der Demo an, wie die Kronen-Zeitung berichtet.

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Scharfe Kritik kommt auch aus den Reihen des türkischen Verbandes Atib. Hofers Aussagen seien „mehr als verantwortungslos“. „Die Politiker sollen aufhören, die Religionen für eigene politische Interessen zu instrumentalisieren“, teilte der Verband am Mittwoch mit – und konnte sich einen Seitenhieb nicht verkneifen: „Auch wir sind uns sicher, dass die Aussagen des Herrn Hofer gefährlicher als Corona sind.“

Parteikollege verteidigt Hofers Aussagen

Rückendeckung erhält Hofer von seinem Parteikollegen Dominik Nepp, dem Vizebürgermeister von Wien – und dessen Wortwahl fällt dabei keinesfalls weniger drastisch aus. Die entrüsteten muslimischen Verbände bezeichnet er als „überflüssige Gruppierungen“, denen er rät, „vor ihrer eigenen Tür zu kehren“.

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Sie würden „tief im Islamistensumpf“ stecken und „westliche Grundwerte wie Meinungsfreiheit oder Gleichberechtigung von Mann und Frau“ ignorieren. Sogar den Gedanken, diese Vereine zu verbieten, stellt der Wiener FPÖ-Chef in den Raum. (at)

 
 

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