Oberpiratin Weisband zieht sich zurück

Marina Weisband hängt ihre politische Karriere erstmal an den Nagel. Foto: Maja Hitij/dapd
Marina Weisband hängt ihre politische Karriere erstmal an den Nagel. Foto: Maja Hitij/dapd
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Harter Schlag für die Piratenpartei: Ihr weibliches Aushängeschild Marina Weisband zieht sich von der Spitze der Partei zurück. Die bsiherige Bundesgeschäftsführerin will sich ihrer Diplomarbeit widmen.

Berlin.. Die Bundesgeschäftsführerin der Piratenpartei, Marina Weisband, zieht sich voraussichtlich aus der Parteispitze zurück. Auf dem nächsten Bundesparteitag werde sie „aller Wahrscheinlichkeit nach nicht“ für das Amt erneut kandidieren, teilte die 24-Jährige auf der Internetseite des Vorstandes am Dienstag mit. „Der Grund ist, dass ich es in letzter Zeit gesundheitlich nicht schaffe, euch ein so zuverlässiger Bundesvorstand zu sein, wie ihr es verdient“, begründete die Vorzeige-Piratin ihren Schritt.

Ein Jahr Pause

Neben ihrer Parteiarbeit müsse sie auch ihr Diplom stemmen, erklärte die Psychologie-Studentin. Dies sei für eine Person zu viel. Sie wolle sich nicht „auf die gefährliche Schiene des Berufspolitikers begeben, der seine Berufsqualifikation zugunsten seiner politischen Laufbahn aufgibt“, sagte Weisband. Nun plane sie, ein Jahr Pause zu machen, etwas zu genesen und ihr Diplom zu machen.

Der Rückzug Weisbands ist ein schwerer Schlag für die Piratenpartei. Mit ihr verliert sie ihre einzige weibliche Identifikationsfigur an der Spitze. Immerhin will Weisband auf Dauer nicht völlig auf Politik verzichten. Sie werde im nächsten Jahr aktiv bei den Piraten mitarbeiten und deren Politik und Vision mitgestalten.

Bedauern in der Parteispitze

Die Parteispitze reagierte mit Bedauern auf den angekündigten Rückzug der einzigen prominenten Frau aus der Führung. "Marina hatte eine große Akzeptanz in der Partei, die dem gesamten Bundesvorstand immer sehr geholfen hat", sagte der Bundesvorsitzende Sebastian Nerz dem "Tagesspiegel". Auch in der Öffentlichkeit habe Weisbands Art, als Politikerin und zugleich als Mensch aufzutreten, viel Positives für die Piraten bewirkt. Der Vorsitzende der Piratenfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, Andreas Baum, sagte der Zeitung, es sei "schade, aber auch wichtig, so einen Schritt zu wagen". (mit afp)

 
 

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