Obamas Rede zur Rassenproblematik ist Superhit auf YouTube

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San Francisco/Washington. Die Rede des demokratischen Präsidentschaftsbewerbers Barack Obama über die Rassenproblematik in den USA ist zu einem Renner auf der Video-Website YouTube geworden.

Der Clip mit Obamas aufwühlender Rede vom Dienstag wurde bis Freitag fast 2,5 Millionen Mal angesehen. Anstoß für die Ansprache war eine Kontroverse über hasserfüllte Reden von Obamas Pastor Jeremiah Wright, von dem sich der schwarze Kandidat distanzierte. Nach Angaben des TV-Senders CBS wurde Obamas Rede laut Umfragen überwiegend positiv aufgenommen. In der Wählergunst übernahm der Senator am Sonntag erneut die Führung vor seiner parteiinternen Rivalin Hillary Clinton.

Auf YouTube wird vor allem die vollständige Version, die mit mehr als 37 Minuten für Internet-Verhältnisse äußerst lang ist, von den Internetsurfern angesehen. «Bei dieser Rede traten mir die Tränen in die Augen», schrieb ein Teilnehmer einer Online-Diskussion. Die Ansprache «wird von manchen in einem großen historischen Kontext gesehen. Einige Experten loben sie für ihre rekordverdächtige Ehrlichkeit», schreibt Molly McCall von der Website «Yahoo Buzz». Es könne zwar nicht mit Sicherheit ein Zusammenhang festgestellt werden, doch die Internet-Suchen nach den historischen Reden des Bürgerrechtlers Martin Luther King hätten nach Obamas Rede ebenfalls zugenommen, schrieb McCall.

Kontroverse um Obamas Pastor Jeremiah Wright

In seiner Rede hatte der Präsidentschaftsbewerber seine Kindheit beschrieben - er hat eine weiße Mutter und einen schwarzen Vater. Er sprach darin offen über die Spannungen zwischen Schwarz und Weiß in der US-Gesellschaft, ein Thema, das von den meisten Politikern gemieden wird. Hintergrund der Rede war eine Kontroverse um Obamas Pastor Jeremiah Wright, der den Präsidentschaftsbewerbe getraut und seine beiden Kinder getauft hatte. In mehreren Predigten hatte Wright die USA als zutiefst rassistisch und ungerecht gegeißelt. Zudem erklärte er, dass der US-"Terrorismus» für den Anschlag auf das World Trade Center am 11. September 2001 verantwortlich sei.

Nach Ansicht von mehr als zwei Dritteln der US-Bürger stellte Obama die «rassische Blockade» in den USA - die «Wut» der Schwarzen und die Ressentiments der Weißen - zutreffend dar, wie der Sender CBS berichtete. 71 Prozent der Befragten sagten, der Präsidentschaftsbewerber habe seine Beziehung zu Wright gut erklärt. Laut CBS gaben 70 Prozent der Befragten jedoch an, dass die Rede Obamas keinen Einfluss auf ihr Wahlverhalten habe.

Nachdem Obamas Popularität am Donnerstag im Vergleich zu einer parteiinternen Rivalin Hillary Clinton gesunken war, legte sie am Sonntag wieder zu. Einer Erhebung des Instituts Gallup zufolge führte der Senator aus Illinois in der Gunst der Demokraten mit 48 zu 45 Prozent gegen die frühere First Lady. Clinton hatte zuvor mit sieben Prozentpunkten Vorsprung kurzzeitig die Führung inne. Die nächsten Vorwahlen finden am 22. April in Pennsylvania statt, wo es viele Delegiertenstimmen zu erobern gibt. Hillary Clinton gilt Umfragen zufolge dort als Favoritin. (afp)

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