Obama will womöglich auf Gendarmenmarkt ausweichen

Berlin. Wo soll Obama am 24. Juni in Berlin seine Rede halten? Der Streit über den geeigneten Ort hält an. Nach neuesten Spekulationen will er nun auf den Gendarmenmarkt ausweichen. Nur Kanzlerin Merkel soll sich raushalten, fordern SPD-Politiker.

Unter Berufung auf einen Berater Barack Obamas sagte der SPD-Außenpolitiker Gert Weisskirchen der «Welt» (Freitagsausgabe), der demokratische Präsidentschaftskandidat wolle nach Bedenken gegen eine Rede vor dem Brandenburger Tor nunmehr womöglich auf den Gendarmenmarkt ausweichen, der ebenfalls im historischen Zentrum Berlins liegt. Die US-Politologin Sally McNamara kritisierte in der «Berliner Zeitung», es sei ein «klares Zeichen seiner Unerfahrenheit», dass Obama überhaupt das Brandenburger Tor als Kulisse für seine Rede in Betracht gezogen habe.

"Merkel hat nicht das Recht da hereinzureden"

Über den Ort der Rede müssten Obama und der Berliner Senat entscheiden, sagte Weisskirchen. «Alles andere ist kleinkariert.» Der SPD-Politiker kritisierte, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe nicht das Recht, «da hereinzureden». Obama habe den historischen Symbolwert des Brandenburger Tores als Wahrezeichen der Freiheit richtig erkannt. Die Europa-Expertin der Heritage Foundation in Washington, McNamara, bezeichnete die Idee, Obama könne vor dem Brandenburger Tor sprechen, hingegen als «ein wenig krass und gekünstelt». Der CSU-Außenpolitiker Karl-Theodor zu Guttenberg verwies darauf, dass am Brandenburger Tor auch schon Promis und Fußballspieler aufgetreten seien. Die Debatte über Obamas Auftritt falle «in die Kategorie Sommertheater».

Neben Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und weiteren Sozialdemokraten hatten sich am Donnerstag auch FDP-Chef Guido Westerwelle und der CDU-Außenpolitiker Ruprecht Polenz für einen Auftritt Obamas am Brandenburger Tor ausgesprochen. Ein Sprecher Obamas hatte darauf hingewiesen, dass auch andere Orte in Frage kämen. Kanzleramtsminister Thomas de Maizière (CDU) hatte Bedenken gegen eine Ansprache am Brandenburger Tor geäußert, da diese nicht «zur Kulisse ausländischer Wahlkämpfer» werden solle. (afp)

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