Obama kritisiert Kalte-Kriegs-Mentalität

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Washington. Wenige Tage vor seiner Russland-Reise schickt Barack Obama ein Appell nach Moskau: Die russische Führung sollte ihre Mentalität des Kalten Kriegs aufgeben, fordert der US-Präsident. Der russische Ministerpräsident Wladimir Putin sei ein Politiker, der noch Althergebrachtem anhänge.

Wenige Tage vor seiner Moskau-Reise hat US-Präsident Barack Obama in einem Interview die russische Führung aufgefordert, die Mentalität des Kalten Kriegs hinter sich zu lassen. Insbesondere Ministerpräsident Wladimir Putin hielt er vor, zum Teil noch im alten Denken verhaftet zu sein.

Putin "hat immer noch Einfluss"

Obama charakterisierte Putin als einen Politiker, der mit einem Fuß noch dem Althergebrachten anhänge und mit dem anderen Fuß dem Neuen folge. Bei seinen Gesprächen in Moskau wolle er Putin klar machen, dass die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten nicht mehr «nach Art des Kalten Krieges» funktionierten, sagte der US-Präsident am Donnerstag im Weißen Haus.

Nach Einschätzung Obamas hält Putin auch nach dessen Ausscheiden aus dem Präsidentenamt im vorigen Jahr die Fäden in der Hand. Putin «hat immer noch Einfluss», sagte Obama. Zu Präsident Dmitri Medwedew entwickelten die USA ein «sehr gutes Verhältnis», erklärte Obama weiter. Dabei setze er auf Fortschritte bei der atomaren Abrüstung.

Russland blockiert Vorgehen gegen Nordkorea

Obama wandte sich gegen die Ansicht, dass Russland im Atomstreit mit Nordkorea und dem Iran einem entschiedenen Vorgehen der internationalen Gemeinschaft im Weg stehe. In beiden Fälle gebe es eine «gute Zusammenarbeit».

Der Präsident warnte in dem Interview erneut vor einem nuklear bewaffneten Iran. Dies würde voraussichtlich zu einem Wettrüsten in der ohnehin schon instabilen Nahost-Region führen und wäre eine Rezeptur für eine potenzielle Katastrophe». Nach Darstellung der iranischen Regierung dient das Atomprogramm ausschließlich friedlichen Zwecken. Der Westen bezweifelt dies.

Obama ging auch auf die Lage in Afghanistan ein. Hauptziel der USA sei es, das Terrornetzwerk Al Kaida daran zu hindern, wieder eine Ausgangsbasis für Anschläge auf die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten zu errichten. Weiter erklärte Obama, die USA und ihre Verbündeten müssten den Aufbau der afghanischen Streitkräfte und der Polizei vorantreiben und das benachbarte Pakistan in die Lage versetzen, seine Grenzen gegen das Eindringen von Terroristen zu sichern.

Stationen der bevorstehenden Auslandsreise Obamas sind neben Russland auch Italien und Ghana. In Italien nimmt der Präsident Ende nächster Woche am Gipfeltreffen der G-8-Staaten teil. (ap)

 
 

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