NRW will nach Envio-Skandal Kontrollen verschärfen

Ein Schild mit dem Firmenlogo des Envio-Technologieparks in Dortmund. Foto: Sascha Schürmann/dapd
Ein Schild mit dem Firmenlogo des Envio-Technologieparks in Dortmund. Foto: Sascha Schürmann/dapd
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Die Landesregierung zieht Lehren aus dem Dortmunder Envio-Skandal: Die Zahl der Kontolleure wird erhöht und Risiko-Betriebe müssen häufiger mit unangemeldeten Besuchen rechnen. Bei der Firma Envio waren Beschäftigte hohen Konzentrationen der Chemikalie PCB ausgesetzt.

Düsseldorf/Dortmund.. Die NRW-Landesregierung zieht landesweit Konsequenzen aus dem PCB-Skandal der Dortmunder Entsorgungsfirma Envio. In dem Abschlussbericht zu einem der größten Umweltskandale des letzten Jahrzehnts kündigt das Land eine weitere Aufstockung der Umwelt- und Arbeitsschutzkontrolleure sowie unangemeldete Prüfungen in risikoreichen Betrieben an.

In dem Dortmunder Entsorgungsbetrieb waren Beschäftigte und Leiharbeiter massiv mit PCB und Dioxinen belastet worden. 360 Beschäftigte weisen durch den fahrlässigen Umgang mit der als krebserregend geltenden Chemikalie PCB extrem hohe Konzentrationen im Blut auf. Seit Mai 2010 ruht der Betrieb in Dortmund.

Geringe Zahl der Kontrollen bemängelt

Nach gemeinsamen Angaben des NRW-Arbeits- sowie des Gesundheitsministeriums trugen Kontrolldefizite wesentlich dazu bei, dass Verstöße von Envio gegen Schutz- und Vorsorgepflichten erst festgestellt wurden, nachdem bereits erhebliche Belastungen eingetreten waren. Arbeitsminister Guntram Schneider (SPD) will gegen kriminelle Machenschaften künftig konsequenter vorgehen. Bei Envio seien elementare Arbeitsschutzmaßnahmen „mit Füßen getreten worden“.

Im Haushalt 2011 hat NRW 200 zusätzliche Planstellen zur Umweltüberwachung ausgewiesen. Weitere 100 sollen im Jahr 2013 eingerichtet werden. Daneben soll ermittelt werden, welcher Stellenbedarf für die Arbeitsschutzverwaltung besteht. In dem Abschlussbericht wird die geringe Zahl der Kontrollen bemängelt. Mitte 2012 soll landesweit ein risikoorientiertes Überwachungskonzept in Kraft gesetzt werden. Anonymen Beschwerden von Arbeitnehmern soll entschlossen nachgegangen werden.

Mit dem vorliegenden Abschlussbericht sei „die Aufarbeitung der PCB-Problematik seitens der Landesregierung abgeschlossen“, heißt es.

Lesen Sie mehr über den Skandal im Envio-Spezial auf DerWesten

 
 

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