NRW verdoppelt Plätze für Flüchtlinge in Sprachkursen

Im Juli besuchte NRW-Ministerpräsidentin Kraft eine Flüchtlingsunterkunft in Hamm. Mit den Zuschüssen will sie Sprachkurse ausbauen.
Im Juli besuchte NRW-Ministerpräsidentin Kraft eine Flüchtlingsunterkunft in Hamm. Mit den Zuschüssen will sie Sprachkurse ausbauen.
Foto: Marcel Kusch / dpa
Der Bund gibt Gelder für Flüchtlingsausgaben frei. NRW will das Sprachkursangebot verdoppeln. Der soziale Wohnungsbau und Ehrenämter werden gefördert.

Düsseldorf. Nordrhein-Westfalen will doppelt so viele Sprachkurse wie bislang anbieten, um Flüchtlinge speziell auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten. Derzeit gibt es in 30 Arbeitsagenturbezirken des Landes 3600 Plätze für solche Basissprachkurse. Mit den zusätzlichen Bundesmitteln für die Flüchtlingskosten der Länder könnten in diesem Jahr 7200 Plätze angeboten werden.

NRW erhält 7 Milliarden Euro Zuschuss vom Bund

Vor der Sommerpause hatte der Bund den Ländern nach gemeinsamen Verhandlungen insgesamt 7 Milliarden Euro zusätzlich für Flüchtlingsausgaben in den Jahren 2016 bis 2018 zugesichert. NRW erhält daraus nach Angaben der Staatskanzlei 1,3 Milliarden für die eigentlichen Flüchtlingskosten sowie zusätzlich 188 Millionen für den sozialen Wohnungsbau.

"Es kann keine Rede davon sein, dass der Bund die Länder großzügig beschenkt", bekräftigte Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD). Insgesamt müsse NRW allein in diesem Jahr 4,6 Milliarden Euro für Flüchtlinge aufbringen, für 2017 seien 4,1 Milliarden Euro eingeplant.

Kraft stellte klar, dass "das Geld des Bundes zum Ausgleich der Kosten der Länder ist". Nach Zahlen der Staatskanzlei erhöht sich der Anteil des Bundes an den Flüchtlingskosten in NRW durch die Finanzspritze gerade einmal von 20 auf 30 Prozent.

Integration vorantreiben durch Sprache und Arbeit

Dennoch sollen mit dem Geld Akzente gesetzt werden - vor allem mit den zusätzlichen Sprachkursen und stärkeren kommunalen Integrationszentren. "Zentrale Schlüssel für eine gelungene Integration sind Sprache und Arbeit", sagte Kraft. Entscheidende Akteure seien dabei die Kommunen.

Deswegen seien die kommunalen Integrationszentren "das Herzstück der Integrationsarbeit". Seit 2012 fördern und unterstützen sie Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in vielen Lebensbereichen. Mit einem flächendeckenden Beratungsnetz aus mittlerweile 52 Standorten habe NRW eine bundesweit vorbildliche Struktur geschaffen und fördere diese Arbeit in diesem Jahr mit 18,4 Millionen Euro.

Ehrenamtliche Flüchtlingshilfe wird unterstützt

Die Bundesmittel sollen außerdem dafür verwendet werden, das Landesprogramm "Komm-an NRW" auszubauen. Allein in diesem Jahr werden nach Angaben der Staatskanzlei 13,4 Millionen Euro aufgewendet, um darüber das ehrenamtliche Engagement in der Flüchtlingshilfe zu stärken. (dpa)