NRW stellt 300 neue Lehrer für Flüchtlingskinder ein

300 neue Lehrer für Flüchtlingskinder sollen NRW-Schulen entlasten.
300 neue Lehrer für Flüchtlingskinder sollen NRW-Schulen entlasten.
Foto: Archiv/dpa
300 neue Lehrer sollen ab kommendem Jahr die Schulen NRW entlasten: Sie sollen Flüchtlingskinder unterrichten. Allein 2013 kamen mehr als 10.000 schulpflichtige Kinder und Jugendliche nach Nordrhein-Westfalen. Viele Schulen sind damit über Gebühr belastet.

Düsseldorf.. Zur Beschulung der Flüchtlingskinder stellt NRW im kommenden Jahr 300 zusätzliche Lehrer ein. In diesem Jahr hat sich die Zahl der Zuwandererkinder um 10 000 erhöht. Das NRW-Schulministerium erwartet 2015 einen weiteren Anstieg. Niemand wisse aber, „wie viele Kinder wohin kommen“, sagte Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) in Düsseldorf.

Die Ministerin geht davon aus, dass ein Großteil der Flüchtlinge aus Krisenregionen wie Syrien dauerhaft in NRW bleiben wird. Die Familien seien „sehr bildungsorientiert“, sagte Löhrmann. Während in den ersten drei Monaten Aufenthalt in den Landeseinrichtungen keine Schulpflicht gilt, besteht nach der Zuweisung zu einer Kommune eine Schulpflicht. Für ausreisepflichtige Kinder gilt die Schulpflicht bis zur Erfüllung der Ausreisepflicht.

Viele Kinder sprechen kein Deutsch

Zugewanderte Schüler, die aufgrund mangelnder Deutschkenntnisse nicht in der Lage sind, eine Regelklasse zu besuchen, werden in Vorbereitungsklassen mit 15 Schülern unterrichtet. Wer im Laufe eines Schuljahres zuwandert, geht in eine Auffangklasse. In Kommunen mit geringer Anzahl von Flüchtlingskindern werden diese Kinder in Regelklassen unterrichtet und erhalten eine zusätzliche Deutschförderung in kleinen Fördergruppen. Lehrer in ländlichen Regionen beklagen allerdings vielfach die Doppelbelastung parallel zur Inklusion.

Die Bezirksregierungen können für die Beschulung auf landesweit 3000 Integrationsstellen zurückgreifen, die allerdings auch für die Inklusion genutzt werden. Die Schulen bilden zur Umsetzung der Sprachförderung Teams von Lehrkräften. NRW bietet Lehrern eine Zusatzqualifikation im Bereich Deutsch als Zweitsprache. Die Fortbildungsreihe „Unterricht für neu zugewanderte Kinder und Jugendliche“ richtet sich direkt an Lehrkräfte. Löhrmann sprach von einer „großen Herausforderung“. NRW fange aber bei Deutschkursen für Zuwandererkinder nicht „bei Null an“.

Der NRW-Vorsitzende der Lehrergewerkschaft VBE, Udo Beckmann, begrüßte die Lehrereinstellung. Ungelöst bleibe aber, wie Schulen, die keine Auffangklassen hätten und ständig Flüchtlingskinder in die regulären Klassen aufnehmen müssten, diese Herausforderung bewältigen sollten.

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