NRW schiebt deutschlandweit die meisten Asylbewerber ab

Innenminister Ralf Jäger möchte die Abschiebe-Prozesse optimieren.
Innenminister Ralf Jäger möchte die Abschiebe-Prozesse optimieren.
Foto: Walter Fischer / FUNKE Foto Services
  • 2016 schon 2957 Menschen aus NRW abgeschoben
  • 17.000 Asylbewerber ohne Bleibeperspektive freiwillig zurückgekehrt
  • als einwohnerstärkstes Bundesland verhältnismäßig viele Asylbewerber aufgenommen

Düsseldorf.. Kein anderes Bundesland hat in den ersten sieben Monaten des Jahres so viele ausreisepflichtige Asylbewerber abgeschoben wie Nordrhein-Westfalen. Auf diese Feststellung legte die rot-grüne NRW-Landesregierung Wert. Bis zum 31. Juli seien insgesamt 2957 Menschen abgeschoben worden, teilte Innenminister Ralf Jäger (SPD) am Wochenende mit.

Asylbewerber ohne Bleibeperspektive gehen freiwillig

Darüberhinaus seien über 17 000 Asylbewerber ohne Bleibeperspektive im laufenden Jahr freiwillig aus NRW in ihre Heimatländer zurückgekehrt. „Wir haben die meisten freiwilligen Ausreisen und Abschiebungen bundesweit. Und wir arbeiten gemeinsam mit allen Akteuren daran, die Prozesse weiter zu optimieren“, betonte Jäger.

Zum Vergleich: Aus Bayern wurden in diesem Jahr rund 2300 Asylbewerber abgeschoben, aus Hessen rund 1000. Dass NRW mehr Abschiebungen verzeichnet als andere Länder dürfte auch damit zu tun haben, dass das einwohnerstärkste Bundesland auch verhältnismäßig viele Asylbewerber aufgenommen hat. Die Landtags-CDU hatte zuletzt die Abschiebepraxis in NRW heftig kritisiert. Das Land unternehme viel weniger als andere Bundesländer, um abgelehnte Asylbewerber abzuschieben. Das Innenministerium wehrt sich gegen die Vorwürfe.

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