NRW-Politiker begrüßen Abwahl von Adolf Sauerland

Adolf Sauerland wurde von den Duisburger Bürgern abgewählt. NRW-Politiker begrüßen diese Entscheidung.
Adolf Sauerland wurde von den Duisburger Bürgern abgewählt. NRW-Politiker begrüßen diese Entscheidung.
Foto: dapd
Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland ist abgewählt. Die SPD sieht in der Entscheidung einen "Neuanfang für Duisburg", die Linke sprechen von einem "guten Tag für die Demokratie". Nur die CDU-Landesspitze äußert sich nicht.

Düsseldorf. Die CDU-Landesspitze ging auf das klare Votum für die Abwahl Adolf Sauerlands nicht ein. Es jetzt darum, "die Verantwortlichkeiten für die schlimme Tragödie bei der Loveparade bei Polizei, Veranstalter und Stadtverwaltung rechtlich belastbar aufzuklären und Konsequenzen zu ziehen", so Generalsekretär Oliver Wittke. Sauerland habe Duisburg "nach vielen Jahren des Stillstands wieder eine Zukunftsperspektive aufgezeigt". Mit ihm verliert die CDU ihren letzten OB an der Spitze einer großen Revier-stadt.

Aus Sicht von SPD-Generalsekretär Michael Groschek bringt die gestrige Entscheidung "die Chance auf einen echten Neuanfang für Duisburg und die Menschen in dieser Stadt". Es bleibe aber bedauerlich, dass Sauerland selbst den Zeitpunkt verpasst habe, persönliche Konsequenzen zu ziehen.

Quittung für fehlende Einsicht

"Das Ergebnis ist die Quittung für Sauerlands fehlende Bereitschaft, politische und moralische Verantwortung für die Loveparade-Katastrophe zu übernehmen", erklärten die Grünen-Landesvorsitzende Monika Düker und Sven Lehmann. Der abgewählte OB habe jegliches Gespür vermissen lassen. "Daher konnte er die Stadt schon längst nicht mehr nach innen und außen vertreten", so die Grünen-Spitze. In Duisburg sei in den letzten Wochen "Demokratie gelebt" worden.

"Das ist kein Tag zum Jubel, weil die 21 Toten der Loveparade davon nicht wieder lebendig werden", kommentierte Linken-Landeschefin Katharina Schwabedissen die Abwahl gegenüber der WAZ. Sie sprach aber von einem "guten Tag für die Demokratie". Das Ergebnis sei auch eine Mahnung, "dass man politische Verantwortung nicht aussitzen kann".

 
 

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