NRW-Politik kämpft gegen Krippen-Debakel

Familienministerin Ute Schäfer (SPD) – hier bei einer Vorleseaktion – kündigt vor dem „Krippengipfel“ an, den Ausbau der Kita-Plätze für Kinder unter drei Jahren beschleunigen zu wollen. Foto: Uwe Schaffmeister / WAZ Fotopool
Familienministerin Ute Schäfer (SPD) – hier bei einer Vorleseaktion – kündigt vor dem „Krippengipfel“ an, den Ausbau der Kita-Plätze für Kinder unter drei Jahren beschleunigen zu wollen. Foto: Uwe Schaffmeister / WAZ Fotopool
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Die Landesregierung will beim Ausbau der Kita-Plätze für Kinder unter drei Jahren Gas geben. Heute treffen sich Experten zum „Krippengipfel“ in Düsseldorf. Sie wissen, wo das Problem liegt: Im Land fehlen Tausende Erzieherinnen.

Düsseldorf. Die Landesregierung will den Ausbau der Kita-Plätze für Kinder unter drei Jahren beschleunigen. Vor dem heutigen „Krippengipfel“ in Düsseldorf sagte Familienministerin Ute Schäfer (SPD) der WAZ: „Wir brauchen jetzt ein gemeinsames Vorgehen mit dem klaren Ziel, bis 2013 so viele Plätze wie möglich zu schaffen.“ Die Konferenz mit Kommunen, Kirchen und Wohlfahrtsverbänden müsse unter anderem klären, „welche bürokratischen Hürden wir noch aus dem Weg räumen können“. In NRW fehlen derzeit 44 000 Krippenplätze. Der Ausbau kommt nur schleppend voran.

Nach dem vom Bund festgelegten Rechtsanspruch muss das größte Bundesland für 32 Prozent der Kleinkinder einen Platz in einer Tagesstätte anbieten. Das Deutsche Jugendinstitut hat ausgerechnet, dass dafür in NRW mindestens 144 000 Plätze nötig wären. Doch neben der finanziellen Misere vieler Kommunen gibt es praktische Probleme. Oft fehlen geeignete Grundstücke für neue Kitas oder Bauanträge werden nicht eilig genug bearbeitet. „Wir werden alles dafür tun, solche Schwierigkeiten zu beheben“, versprach Schäfer.

Vor dem Teffen, an dem alle fünf Landtagsfraktionen teilnehmen, forderte sie ein Ende des „Schwarzer-Peter-Spiels“ zu Lasten der Eltern. Auch CDU-Fraktionschef Karl-Josef Laumann drängt auf „unbürokratische Lösungen“. Es sei aber absehbar, dass NRW das bis 2013 zu garantierende Angebot verfehlen wird.

2346 Fachkräfte fehlen

Laumann und sein Familienexperte Bernhard Tenhumberg verlangen von Schäfer außerdem ein Konzept, um auf einem schwierigen Arbeitsmarkt mehr Kindergärtnerinnen zu gewinnen. „Geld, Grundstücke und Gebäude bringen nichts für den Rechtsanspruch, wenn keine Fachkräfte da sind“, so Laumann. Laut Deutschem Jugendinstitut werde es bei Erfüllung des Rechtsanspruchs in NRW einen Fehlbedarf von 2346 Fachkräften geben. Im Jahr 2017 würden sogar über 7300 Erzieherinnen fehlen.

Für den Ausbau der U3-Plätze stellt das Land den Kommunen bis 2013 zusätzlich 400 Millionen Euro zur Verfügung. Bis 2018 soll insgesamt rund eine Milliarde Euro für Investitionen und laufende Kosten fließen.

 
 

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