NRW-AfD-Chef Pretzell gegen ausländisches Geld für Moscheen

Muslime beim Freitagsgebet in einer Moschee in Ronnenberg in Niedersachsen. In Deutschland werden aus dem Ausland finanzierten Moscheen aktuell diskutiert.
Muslime beim Freitagsgebet in einer Moschee in Ronnenberg in Niedersachsen. In Deutschland werden aus dem Ausland finanzierten Moscheen aktuell diskutiert.
Foto: dpa
Die Debatte um Kontrolle von Imamen geht weiter. Der NRW-AfD-Chef Markus Pretzell fordert eine Ende der Finanzierung aus dem Ausland.

Düsseldorf/Berlin.. Der NRW-Vorsitzende der AfD, Marcus Pretzell, hat sich gegen einen aus dem Ausland finanzierten Moscheebau in Deutschland gewandt. „Das muss beendet werden, so etwas ist indiskutabel, wenn etwa Saudi-Arabien 200 Moscheen bauen lässt“, sagte Pretzell im Fernsehsender phoenix. Pretzell gestand ein, viele Muslime in Deutschland seien „sehr gut integriert und wissen, dass das Gewaltmonopol des Staates über dem Anspruch der Religion steht“. Für zahlreiche Religionslehrer gelte das aber nicht, wandte sich Pretzell gegen deren Zuzug aus dem Ausland.

Zuvor hatte es bereits aus den Reihen der CSU die Forderung nach einem „Islamgesetz“ gegeben, das die Auslandsfinanzierung einschränken soll. Um die Abhängigkeit der deutschen Moscheen von Geld und Personal aus dem Ausland zu beenden, hatte der CSU-Abgeordnete Alexander Radwan eine Art Kirchensteuer für Muslime ins Gespräch gebracht.

Opposition warnt vor Generalverdacht

Große Wellen hatte das Thema dann geschlagen, als der Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) auf eine stärkere Überwachung extremistischer Aktivitäten in deutschen Moscheen gedrängt hatte. „Der Staat ist hier gefordert. Er muss das kontrollieren“, hatte der CDU-Politiker der „Berliner Zeitung“ gesagt. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) verwies darauf, dass es eine Anzahl von Moscheen gebe, „die bereits jetzt von den Verfassungsschutzbehörden überwacht werden, ob dort Hasspredigen stattfinden oder nicht“.

Die Opposition im Bundestag warnte vor einem Generalverdacht gegen Muslime. „Die Idee, jeder Moschee einen staatlichen Aufpasser zu verordnen, ist völlig abwegig“, sagte die innenpolitische Sprecherin der Linkspartei, Ulla Jelpke, der Zeitung „Die Welt“ (Samstag).

Islamwissenschaftler fordern in diesem Zusammenhang mehr Sachlichkeit in der Debatte. „Es ist wissenschaftlich nicht belegt, dass Extremisten und Gewaltverherrlicher aus dem Umfeld von Moscheen stammen“, sagte der Leiter des Instituts für Islamische Theologie an der Universität Osnabrück, Bülent Ucar, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstag). „Religiöse Extremisten und Salafisten radikalisieren sich oft durch Bücher, Internet und das Umfeld.“

Nadjma Yassari, Islam-Expertin am Max-Planck-Institut, sagte der „Bild“-Zeitung: „Was wir seit einigen Jahren in Deutschland erleben ist eine Art Sippenhaft, bei der die Muslime für alles, was in den islamischen Ländern passiert, mitverantwortlich gemacht werden.“ (FMG/dpa)

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