NRW-AfD-Chef: Flüchtlinge notfalls mit Schusswaffen abwehren

Das AfD-Präsidiumsmitglied Marcus Pretzell plädiert dafür, die deutschen Grenzen notfalls auch mit Waffengewalt gegen Flüchtlinge zu verteidigen.
Das AfD-Präsidiumsmitglied Marcus Pretzell plädiert dafür, die deutschen Grenzen notfalls auch mit Waffengewalt gegen Flüchtlinge zu verteidigen.
Foto: dpa
  • AfD-Politiker Marcus Pretzell hält einen Waffeneinsatz an der deutschen Grenze als "Ultima Ratio" für gerechtfertigt
  • " Wenn man den ersten Schuss in die Luft abgibt, wird deutlich, dass wir entschlossen sind"
  • Er glaube aber nicht, dass es zu einem Einsatz von Schusswaffen kommen werde

Düsseldorf. Im Fall eines gewaltsamen Grenzübertritts von Flüchtlingen hält der nordrhein-westfälische AfD-Landesvorsitzende, Marcus Pretzell, den Gebrauch von Schusswaffen als „Ultima Ratio“ für gerechtfertigt. „Die Verteidigung der deutschen Grenze mit Waffengewalt als Ultima Ratio ist eine Selbstverständlichkeit“, sagte der umstrittene Europaparlamentarier der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur.

Er glaube aber nicht, dass der Waffeneinsatz notwendig wäre, weil es eine „ganze Reihe von anderen Möglichkeiten“ gäbe wie etwa Polizeipräsenz, Wasserwerfer oder Tränengas. Ähnlich habe er auch Zuhörern bei einer Parteiveranstaltung vor einigen Tagen geantwortet, wie die „Rheinische Post“ am Samstag berichtete.

„Menschen sind ja vernunftbegabt“

Slowenien und Österreich ließen Zehntausende Menschen „unregistriert ins Land hinein“, sagte Pretzell. „Man kann das verhindern. Wenn man den ersten Schuss in die Luft abgibt, wird deutlich, dass wir entschlossen sind.“ Er glaube aber nicht, dass man anfangen müsse zu schießen – „die Menschen sind ja vernunftbegabt“.

Zugleich betonte Pretzell: „Kein vernünftiger Mensch soll daran denken, auf Flüchtlinge zu schießen, weil sie die Grenze übertreten. Ultima Ratio heißt, es gibt keine andere Möglichkeit, das zu stoppen.“

AfD legt in Umfragen zu

Vor dem Hintergrund der Flüchtlingsdebatte klettert die Alternative für Deutschland (AfD) in der Wählergunst auf den höchsten Wert seit über einem Jahr. Im aktuellen Sonntagstrend, den das Meinungsforschungsinstitut Emnid im Auftrag von „Bild am Sonntag“ erhebt, legt die rechtspopulistische Partei um einen Punkt auf acht Prozent zu. Zuletzt kam sie im Oktober 2014 auf diesen Wert.

Besonders groß ist der Zuspruch in Ostdeutschland: Hier kommt die AfD auf 15 Prozent. Im Westen sind es sieben Prozent. Einen Prozentpunkt abgeben muss hingegen die SPD, sie erreicht 25 Prozent. Unverändert bleiben die Werte für Union (36 Prozent), FDP (fünf Prozent), Linkspartei (zehn Prozent) und Grüne (zehn Prozent). Die Sonstigen kommen auf sechs Prozent.

Merkels Vorsprung vor Gabriel schwindet

Wenn der Bundeskanzler in Deutschland direkt gewählt würde, könnte der wahrscheinliche SPD-Herausforderer Sigmar Gabriel gegenüber Amtsinhaberin Angela Merkel Boden gutmachen. Lag der Vorsprung der Kanzlerin im Mai noch bei 53 zu 17 Prozent, würden jetzt 21 Prozent für Gabriel stimmen und 45 Prozent für Merkel. Emnid befragte für den Sonntagstrend vom 22. bis zum 28. Oktober 1869 Personen. Für die Kanzlerfrage wurden am Freitag 500 Personen befragt (rtr/dpa)