Nordafrikanische Häftlinge machen NRW-Gefängnissen zu schaffen

Düsseldorf.  Eine wachsende Zahl ausländischer Strafgefangener stellt die Justiz in NRW vor Probleme. 5500 der insgesamt 16 500 Häftlinge in den 36 Gefängnissen haben keinen deutschen Pass. Vor allem Gefangene aus den Maghreb-Staaten bereiten den Bediensteten laut NRW-Justizminister Kutschaty (SPD) immer größere Schwierigkeiten.

Der Umgang mit den nordafrikanischen Häftlingen habe sich als besonders schwierig herausgestellt. „Ihr Verhalten ist häufig fordernd und beleidigend“, sagte der Minister ohne Umschweife. Die Nordafrikaner versuchten, das Personal einzuschüchtern, verhielten sich gegenüber weiblichen Bediensteten „distanz- und vollkommen respektlos“, drohten häufig mit Suizid und beschmutzten ihre Zellen. „Diese Entwicklung im Strafvollzug ist neu“, sagte Kutschaty.

Die Landesregierung will mit Maßnahmen gegensteuern, die Gesamtkosten von jährlich 7,2 Millionen Euro verursachen. „Wir müssen ein vernünftiges Verhalten in unseren Haftanstalten sicherstellen“, sagte Kutschaty. So sollen 26 zusätzliche Planstellen für Lehrer geschaffen werden, die Insassen Deutschkurse anbieten. Im Haftalltag sollen zudem Tablet-Computer genutzt werden, damit Bedienstete Anweisungen und Informationen leichter in fremde Sprachen übersetzen können. In jeder NRW-Haftanstalt soll ein Integrationsbeauftragter eingesetzt werden, der bei Konflikten hinzugezogen werden kann.

 
 

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