Nico Semsrott (Die Partei) redet bei „Maischberger“ Klartext: „Ich habe hier nur zugesagt, weil...“

Nico Semsrott („Die Partie“) kritisierte bei „Maischberger“ das Format der Polit-Talkshow.
Nico Semsrott („Die Partie“) kritisierte bei „Maischberger“ das Format der Polit-Talkshow.
Foto: Screenshot: ARD

„Die Partei“ hat bei der Europawahl 2019 ein Sensationsergebnis erzielt. Neben Martin Sonneborn kann die Satire-Partie nun auch den Kabarettisten Nico Semsrott ins Europaparlament schicken. Besonders bei jungen Wählern ist „Die Partei“ beliebt.

Grund genug für die ARD, Nico Semsrott auch bei „Maischberger“ einzuladen, um unter anderem mit Juso-Chef Kevin Kühnert über den Niedergang der Volksparteien CDU/CSU und SPD zu diskutieren. Ein Politiker wie er bei „Maischberger“? Das hält der frische gebackene EU-Abgeordnete für „ein Alarmsignal“.

Nico Semsrott rechnet bei „Maischberger“ mit Talkrunden ab

Dass er bei „Maischberger“ sitze, sei aus seiner Sicht „problematisch für Politik und Medienlandschaft“. Generell ließ Nico Semsrott kein gutes Haar an Talkshows, weil sie seiner Ansicht nach politische Inhalte vordergründig zwar behandeln, es aber am Ende auf reine Unterhaltung hinauslaufe.

„Ich habe hier nur zugesagt, weil ich diesen Satz einmal in einer Talkshow sagen wollte“, scherzte der „Die-Partei“-Politiker. Außerdem sei er froh, dass er somit verhindern konnte, dass womöglich ein Politiker der AfD an diesem Tag auf seinem Stuhl sitzen könne.

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Maischberger kontert Semsrott-Kritik

Sandra Maischberger widerspricht der grundsätzlichen Kritik an ihrer Talkrunde: „Unterhaltung ist glaube ich das falsche Wort. Es wäre schon ganz gut, wenn man die Menschen für Politik begeistert und für das, was da passiert.“

Danach hinterfragt die Moderatorin die Methoden von Parteichef Martin Sonneborn im EU-Parlament. Wie dessen Einstellung sich im Laufe der letzten Legislaturperiode geändert hat, liest du hier im DER-WESTEN-Interview >>>

Semsrott: „Wir wollen den Konservativen Angst machen“

Maischberger hakt nach, wie Nico Semsrott seine Aufgabe in Brüssel zukünftig sehe.

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Die Antwort darauf klang alles andere als satirisch. Zusammen mit seinem Parteichef wolle Semsrott „Leute mit Witzen für Politik interessieren“, sagt er. „Und wir können den Konservativen mit dem Angst machen, wovor sie sich am meisten fürchten und zwar Fakten.“

Kevin Kühnert sieht verschenkte Stimmen

Sandra Maischberger konfrontiert Kevin Kühnert mit den Methoden der Partei „Die Partei“. Ob der Juso-Chef die als junger Mensch und damit potenzielle Zielgruppe gut finde.

Kevin Kühnert wägt ab. Er spricht von Menschen in seinem Freundeskreis, die mangels Alternativen ihr Kreuz bei „Die Partei“ „geparkt“ hätten. In der Hoffnung, dass in der Zukunft wieder ein Parteiprogramm ausgearbeitet werde, von dem sie sich angesprochen fühlen könnten.

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Das ist Nico Semsrott:

  • Geboren 1986 im Hamburg
  • Seit 2007 tritt er auf Poetry Slams auf
  • Zwischen 2017 und 2019 gehörte er zum Ensemble der „heute show“
  • Bei der Europawahl 2019 zog er für die „Die Partei“ ins Europaparlament ein.

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Er selbst habe sein Kreuz immer bei der SPD gemacht und überlegt, ob es nicht sinnvoller wäre, gezielt progressive Kräfte zu unterstützen und die eigene Stimme nicht zu „verschenken“.

Satire-Politik als Notlösung

Nico Semsrott selbst gesteht: „Ich find' es ja selbst nicht richtig gut. Es ist eine Notlösung, was wir machen.“

Doch Stand jetzt sehe er keine Alternative: „Wir meinen Politik ernst und unsere Kommunikation ist satirisch.“ Bei den anderen Parteien sei es derzeit seiner Ansicht nach genau andersherum.

 
 

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