Neuer Streit um Silvesternacht

Düsseldorf.  Mehr als 1100 Strafanzeigen sind nach der Kölner Silvesternacht bei der Polizei eingegangen. In der monatlich veröffentlichten polizeilichen Kriminalstatistik tauchen die Delikte aus der Silvesternacht jedoch entweder gar nicht oder erst mehrere Monate nach den Ereignissen auf, wie aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine CDU-Anfrage hervorgeht.

Die Sprecherin der Union im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss „Silvesternacht“, Ina Scharrenbach, hält die Statistik daher für wenig aussagekräftig. Mit Transparenz habe diese nichts zu tun. „Die Kölner Silvesternacht mit mehr als tausend Delikten erscheint nicht mehr so schlimm, wenn man sie über mehrere Monate verteilt bekannt gibt“, sagte Scharrenbach. Laut Ministerium erschienen die Sexualstraftaten erst im April und Juni in der Statistik, weil die Verfahren erst zu diesem Zeitpunkt an die Staatsanwaltschaft abgegeben worden seien.

Viele Anzeigen nur Taschendiebstähle

Die meisten Taten aus der Silvesternacht seien aber erst gar nicht in die Kriminalstatistik eingeflossen, weil es sich nicht um sogenannte „Opferdelikte“ handele, erklärte Innenminister Ralf Jäger (SPD).

Opferdelikte beeinflussten das Sicherheitsgefühl der Bürger im besonderen Maße, zum Beispiel Einbrüche und Vergewaltigungen. Bei der überwiegenden Anzahl der Taten in der Silvesternacht handele es sich aber um Taschendiebstähle und Beleidigungen auf sexueller Grundlage. Scharrenbach warf Jäger daraufhin „Zynismus“ vor. Die vielen Opfer seien offenbar nicht Opfer genug gewesen, um in einer Statistik aufzutauchen.

 
 

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