Neue US-Sanktionen treffen iranischen Handel

Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad bei einer Rede zum iranischen Atomprogramm. Die USA wollen nun die Islamische Republik mit noch härteren Sanktionen zum Einlenken bringen.
Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad bei einer Rede zum iranischen Atomprogramm. Die USA wollen nun die Islamische Republik mit noch härteren Sanktionen zum Einlenken bringen.
Foto: Abedin Taherkenareh/epa
Die USA verschärfen die Handelssanktionen gegen den Iran. Betroffen sind nun auch die Schifffahrt und der Energie- und Hafenverwaltungssektor. Das Land ist damit auf Lieferungen über den Landweg angewiesen. Die Preise für Lebensmittel werden deshalb voraussichtlich weiter steigen.

London. Neue US-Sanktionen gegen den Iran haben nun auch chinesische Firmen aus dem Land getrieben, und das könnte die Wirtschaftskrise in der Islamischen Republik weiter verschärfen. Ein am Montag in Kraft getretenes US-Gesetz zur Landesverteidigung setzt Irans Schifffahrt, Schiffbau-Industrie sowie den Energie- und Hafenverwaltungssektor auf eine schwarze Liste.

Ausländische Speditionen haben sich mittlerweile zurückgezogen, um nicht gegen die Sanktionen zu verstoßen. Da die Regierung in Teheran nun auf Lieferungen über den Landweg angewiesen ist, werden voraussichtlich auch die Preise für Lebensmittel weiter steigen, obwohl diese ebenso wie Medizin und Hilfsgüter von den Sanktionen ausgenommen sind.

Auch chinesische Speditionen haben ihre Geschäfte mit dem Iran mittlerweile beendet, obgleich China zu den Hauptverbündeten des Landes gehört. So teilte die chinesische Cosco Container Lines, Nummer fünf der Branche, mit, sie habe alle Geschäftsbeziehungen mit dem Iran ausgesetzt. Auch die China Shipping Container Lines teilte mit, die Einhaltung der Handelssanktionen "mit größtem Ernst" zu verfolgen und vom 1. Juli an keine Geschäfte mehr mit dem Iran zu betreiben.

Bereits Sanktionen gegen Bankensektor und Öl-Exporte

"Die große Mehrheit der großen Container-Schiffe steuert den Iran nicht mehr an", sagte Schifffahrt-Analyst Daniel Richards von Business Monitor International. Da auch chinesische Firmen im weltweiten Handel eingebunden sind, scheuen sie ebenfalls das Risiko, gegen die Sanktionen zu verstoßen, sagte ein Branchen-Experte.

Zuvor hatten die USA Sanktionen gegen Irans Bankensektor und Öl-Exporte verhängt, um die Regierung in Teheran an den Verhandlungstisch über das Atomprogramm des Landes zu zwingen. Die USA und andere westliche Staaten verdächtigen den Iran unter dem Deckmantel der Energieerzeugung an Atombomben zu arbeiten. Der Iran bestreitet die Vorwürfe. (rtr)

 
 

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