Neue Rekordzahl bei Flüchtlingen in NRW

Hagen/Attendorn/Siegen.  Die Flüchtlingszahlen in NRW sind im Juli auf einen Rekord gestiegen: Allein in der vergangenen Woche sind nach Angaben von Innen­minister Jäger (SPD) 5041 Menschen in Einrichtungen des Landes aufgenommen worden. Damit sind im ersten Halbjahr bereits 73 000 Flüchtlinge nach NRW gekommen, von denen aber 22 000 nach einigen Tagen auf andere Bundesländer verteilt wurden.

Jäger hatte das aktuelle Chaos durch die Überfüllung in NRW-Flüchtlingsheimen auch damit begründet, dass NRW real 30 Prozent aller Flüchtlinge in Deutschland aufnehme. Die CDU zweifelt das an: Laut der aktuellen Übersicht des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge erreiche NRW nur knapp die gesetzliche Verteilungsquote von 21,2 Prozent der Asylbewerber.

In Siegen sollen in der Dreifachturnhalle der Uni ab Montag bis zu 150 Flüchtlinge untergebracht werden. Die Maßnahme soll zunächst bis Oktober gelten.

Unterdessen brachte der Dialog mit einem palästinensischen Mädchen Angela Merkel in Verlegenheit. Das von der Abschiebung bedrohte Kind begann in einer Veranstaltung zu weinen, nachdem die Kanzlerin ihr gesagt hatte, Deutschland könne nicht alle Flüchtlinge aufnehmen.

Im Rahmen unserer Serie „Fluchtpunkte“ fordern der Attendorner Unternehmer Arndt Günter Kirchhoff und seine Frau Ina unbürokratische Integrationsprojekte für Flüchtlinge.