Neue Region, neue Bilder – von Jürgen Overkott

Der „Tatort“ kehrt zurück ins Revier, und das ist gut so. Das Ruhrgebiet ist auch bei schrumpfender Be­völ- kerung der größte deutsche Ballungsraum, und wenn die erfolgreichste deutsche Krimi-Serie den An­spruch hat, die Befindlichkeiten der deutschen Regionen abzubilden, darf die Industrielandschaft zwischen Niederrhein und Sauerland nicht fehlen. Sollte man meinen.

Tatsächlich aber fand das Ruhrgebiet zur besten Sendezeit nur noch in einem Krimi des Münchner (!) Privatsenders Sat.1 statt: „Der letzte Bulle“. Der WDR hingegen lässt, seit Jahren schon, in Köln und Münster ermitteln – erfolgreich, zugegeben. Aber das ist kein Argument gegen einen neuen „Tatort“ aus NRW. Aller guten Dinge sind drei. Der WDR könnte die Zahl der Episoden aus Münster und Köln verringern, um Platz zu schaffen fürs neue Revier im Revier.

Tatsächlich bietet sich die Region, exakt 20 Jahre nach Schimanskis Ausstieg, als neuer, unverbrauchter „Tatort“ an. Das Ruhrgebiet hat sich gewandelt, auch weil es sich wandeln musste. Natürlich gibt es bei Umbrüchen auch Brüche, und genau das ist der Stoff aus dem die neuen „Tatorte“ sein könnten.

Dazu kommt eine Kulisse, die der Fernsehnation den Wandel vor Augen führt – vom Duisburger Innenhafen bis zum Dortmunder U. Neue Region, neue Bilder. Es gibt kein besseres Standort-Marketing als den „Tatort“.

 
 

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