Name des geplanten Naturparks empört Siegerländer

Teil des geplanten Naturparks Sauerland-Rothaarsteig ist der Naturpark Homert.
Teil des geplanten Naturparks Sauerland-Rothaarsteig ist der Naturpark Homert.
Foto: Hans Blossey
Heftige Kritik im Siegerland am Namen des geplanten Naturparks Sauerland-Rothaargebirge. Kreuztal, Hilchenbach, Netphen und Siegen mit Vorbehalten. Kreistag Siegen-Wittgenstein setzt Thema von der Tagesordnung ab.

Olpe/Siegen.. Im Siegerland wächst die Kritik am Zusammenschluss der Naturparke Homert, Ebbegebirge und Rothaargebirge zum Naturpark Sauerland-Rothaargebirge. Auf der Sitzung des Kreistags Siegen-Wittgenstein ist Freitagnachmittag das Thema auf Antrag der Grünen mit einer Stimme Mehrheit abgesetzt worden. Damit verzögert sich die geplante Fusion.

Die Ablehnung in Siegen, Kreuztal, Netphen und Hilchenbach entzündet sich am Namen. „Hier ist nicht das Sauerland“, sagt Walter Kiß, Bürgermeister von Kreuztal. Mit der Regionale 2013 sei Südwestfalen als Marke nach vorne gebracht worden. Ein Naturpark Sauerland-Rothaargebirge, der dazu diene, die regionale Entwicklung zu fördern, sei im Siegerland „als ein Anhängsel des Sauerlands“ nicht vermittelbar. Das habe mit Provinzdenken nichts zu tun.

„Man muss diesen Begriff zu Ende denken. Für die Darstellung der Unternehmen nach außen ist das undenkbar.“ Und Hans-Jürgen Klein, Sprecher der Stadt Hilchenbach, pflichtet ihm bei: „Gerne bringen wir unser Stadtgebiet von 80 Hektar in den Naturpark ein, aber nicht so. Wir vermissen eine ergebnisoffene demokratische Diskussion.“

Melcher vom Widerstand im Siegerland überrascht

Theo Melcher, Kreisdirektor des Kreises Olpe, ihm obliegt die Federführung des Projekts, ist überrascht vom Widerstand im Siegerland: „Ich habe den Eindruck, die Ablehnung ist dem Wahlkampf geschuldet.“

Positive Beschlüsse in den Städten seien für den Zusammenschluss notwendig: „Ohne sie gibt es kein zusammenhängendes Gebiet.“ Letztlich auch keine Anerkennung vom Umweltministerium. Südwestfalen als Begriff ins Rennen zu werfen, hält er für falsch: „Es ist kein Naturraum, der in den Köpfen geografisch verortet ist. Da haben die Menschen kein Bild im Kopf.“

Der Landrat des Kreises Siegen-Wittgenstein, Paul Breuer (CDU), bedauert, dass die Zielsetzung des Naturparks untergeht: „Mit ihm ist es möglich, an europäischen Wettbewerben teilzunehmen und Geld für den Ausbau der Infrastruktur zu bekommen.“

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