Krebs-Diagnose: Manuela Schwesig legt SPD-Vorsitz nieder

Manuela Schwesig hat Brustkrebs.
Manuela Schwesig hat Brustkrebs.
Foto: dpa

Manuela Schwesig hat am Dienstagmorgen erklärt, dass sie ihr Amt als kommissarische SPD-Chefin niederlegen wird.

Grund ist eine furchtbare Nachricht: Manuela Schwesig hat Brustkrebs. Das erklärte die 45 Jahre alte Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern zu Beginn einer Kabinettssitzung.

Manuela Schwesig hat Brustkrebs: 45-Jährige legt Parteivorsitz nieder

Manuela Schwesig ist seit 2017 auch Vorsitzende der SPD in dem Bundesland. Seit dem Rücktritt von Andrea Nahles leitet sie die Bundes-SPD zudem zusammen mit Malu Dreyer und Thorsten Schäfer-Gümbel kommissarisch.

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„Die gute Nachricht ist: Dieser Krebs ist heilbar. Allerdings ist dafür eine medizinische Behandlung notwendig. Dies wird dazu führen, dass ich in den kommenden Monaten nicht an allen Tagen öffentliche Termine wahrnehmen kann. Ich habe deshalb die Ministerinnen und Minister gebeten, mich an diesen Tagen zu vertreten“, sagte Manuela Schwesig. Sie sei sehr zuversichtlich, wieder vollständig gesund zu werden.

Am Mittag gab Manuela Schwesig ein persönliches Statement in der Staatskanzlei ab.

Manuela Schwesig: „Die Diagnose hat mich und meine Familie schwer getroffen“

„Die Diagnose Brustkrebs hat mich und meine Familie schwer getroffen“, so Schwesig. Die Diagnose sei schon „vor einiger Zeit“ getroffen worden.

Ihr Amt als Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern will Manuela Schwesig weiter ausüben. „Ich habe mich dazu entschieden, den stellvertretenden Parteivorsitz und den kommissarischen Parteivorsitz niederzulegen“, so Manuela Schwesig.

„Viele Frauen erkranken an Brustkrebs, viele Frauen zeigen, dass man den Kampf gegen Brustkrebs gewinnen kann.“ Sie habe schon viele Kämpfe geführt und sie sei zuversichtlich, diese Situation zu meistern.

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Manuela Schwesig

  • 1974 in Frankfurt/Oder geboren
  • Mit 29 Jahren Eintritt in die SPD
  • 2008 Sozialministerin in Mecklenburg-Vorpommern
  • Seit 2017 ist Manuela Schwesig Ministerpräsidentin des Bundeslandes
  • Manuela Schwesig führt die SPD seit 2019 die SPD kommissarisch
  • Die SPD-Frau ist verheiratet, hat einen Sohn und eine Tochter

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Manuela Schwesig nach Brustkrebsdiagnose: „Kräfte auf meine meine Familie konzentrieren“

„Allerdings ist auch klar, dass ich in den kommenden Monaten meine Kräfte auf Mecklenburg-Vorpommern, meine Gesundheit und meine Familie konzentrieren muss. Deshalb werde ich meine Parteiämter auf Bundesebene niederlegen“, so Schwesig weiter.

Ihr falle dieser Schritt sehr schwer - „gerade in dieser Zeit des Umbruchs, in der wir alle viel Kraft un Zuversicht benötigen“, so Manuela Schwesig in einer Mitteilung.

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Manuela Schwesig führt SPD kommissarisch

Um 12 Uhr am Dienstag will Manuela Schwesig eine persönliche Erklärung in der Staatskanzlei abgeben.

Manuela Schwesig führt seit dem Rücktritt von Andrea Nahles die SPD auf Bundesebene zusammen mit Malu Dreyer und Thorsten Schäfer-Gümbel kommissarisch, bis ein neuer SPD-Vorsitzender gewählt ist.

Schwesig hatte sich in den vergangenen zehn Jahren im Eilzugtempo in die erste Reihe der deutschen Politik vorgearbeitet.

Politik-Karriere im Eiltempo

Nach nur vier Jahren als Stadtvertreterin in Schwerin wurde sie 2008 - gerade 34 Jahre alt - Sozialministerin Mecklenburg-Vorpommerns und 2013 dann Bundesfamilienministerin. Nach nur sechs Jahren Parteizugehörigkeit war Schwesig 2009 als Hoffnungsträgerin der Ost-SPD Bundesvize ihrer Partei geworden.

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Im Sommer 2017 gab sie ihr Ministeramt in Berlin vorzeitig auf und übernahm vom damals an Krebs erkrankten Erwin Sellering (SPD) auf dessen Wunsch das Ministerpräsidenten-Amt. Doch auch in ihrer neuen Funktion blieb die heute 45-Jährige bundespolitisch aktiv und trat dabei vorrangig als Fürsprecherin für die Interessen der Ostdeutschen in Erscheinung. (pen, mit dpa)

 
 

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