Nach Gorleben-Stopp – Kein neuer Atommüll nach Ahaus

Bis Ende 2015 sollen keine Castor-Transporte mit Atommüll nach Gorleben rollen. Darauf einigten sich der Bund und das Land Niedersachsen. Dass statt dessen nun radioaktiver Müll im Zwischenlager im münsterländischen Ahaus untergebracht werden könnte, dementierten ein Sprecher der Gesellschaft für Nuklear-Service.

Ahaus/Berlin. Das atomare Zwischenlager im münsterländischen Ahaus wird nach Betreiberangaben keinen radioaktiven Müll aufnehmen, der bislang für den Standort Gorleben gedacht war. „Wir haben kein Interesse, dies zu tun“, sagte der Sprecher der Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS), Michael Köbl, auf Nachfrage dieser Zeitung.

Am Wochenende hatten sich der Bund und das Land Niedersachsen beim Konsens für ein Endlagersuchgesetz darauf verständigt, dass wieder aufgearbeiteter Atommüll bis auf Weiteres nicht ins Zwischenlager nach Gorleben transportiert werden soll.

Hoch radioaktive Stoffe aus Großbritannien und Frankreich

Dabei geht es um 21 Behälter mit hoch radioaktiven Stoffen aus Großbritannien sowie um fünf Behälter mit mittelradioaktivem Inhalt aus Frankreich. Es handelt sich um verglaste Abfälle. Deren Aufnahme sehe die Vereinbarung mit den Standortgemeinden nicht vor, nannte Köbl als Grund, weshalb Ahaus als Alternative für Gorleben nicht infrage komme.

Noch ist unklar, wo der radioaktive Abfall künftig gelagert wird. Es seien noch keine Vorfestlegungen getroffen worden, sagte ein Sprecher des Umweltministeriums in Berlin. Die atompolitische Sprecherin der Grünen, Sylvia Kotting-Uhl, forderte, den Atommüll in den Zwischenlagern der Atomkraftwerke zu verstauen. „Es muss nun das Verursacherprinzip greifen“, sagte Kotting-Uhl. „Die Energiekonzerne sollten ihre Zwischenlager öffnen.“ Aber daran könne man nur appellieren.

 
 

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