AfD-Politiker twittert Zahlen über Vergewaltigungen durch Migranten – so einfach macht die Polizei Sachsen ihn zur Lachnummer

Die Polizei Sachsen reagiert in einem Tweet auf den Kommentar von AfD-Politiker Maximilian Krah.
Die Polizei Sachsen reagiert in einem Tweet auf den Kommentar von AfD-Politiker Maximilian Krah.
Foto: Polizei Sachsen / Screenshot Twitter
  • Die Landespolizei Sachsen korrigiert in einem Tweet eine Aussage der AfD
  • In einer Kolumne hatte ein AfD-Mann falsche Zahlen verbreitet
  • Einsicht übt Maximilian Krah nach der Richtigstellung der Polizei nicht wirklich

Chemnitz.  Nach der Tötung eines 35-Jährigen in Chemnitz und den anschließenden Demonstrationen kursieren in den sozialen Medien verschiedenste Falschmeldungen. Dazu zählen auch die Zahlen zu Vergewaltigungsfällen in Chemnitz, die Sachsens AfD-Politiker Maximilian Krah in einer Kolumne der rechtspopulistischen Zeitung „Deutschland Kurier“ nennt.

Auf diese Fake News hat die Landespolizei Sachsen nun reagiert: In einem Tweet korrigiert die Polizei Sachsen die von der AfD verbreiteten falschen Zahlen.

„Diese Zahlen stimmen so nicht!“

In seiner Kolumne im „Deutschland Kurier“ spricht AfD-Mann Maximilian Krah davon, in Chemnitz seien seit Januar 2018 bereits 60 Frauen vergewaltigt worden. „Die Polizei sagt, 56 von Migranten, 4 von Unbekannt“, heißt es weiter.

Die Polizei Sachsen reagierte nun auf diese Aussagen und korrigierte in einem Tweet mit persönlicher Ansprache an den AfD-Politiker: „Diese Zahlen stimmen so nicht! Nach derzeitigem Stand gab es in #Chemnitz im Zeitraum vom 01.01.- 31.07.18 insgesamt 14 Vergewaltigungen, davon wurden 12 Tatverdächtige ermittelt, 3 von ihnen waren nichtdeutscher Herkunft. Die Zahlen von @KrahMax können wir nicht nachvollziehen.“

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Keine Einsicht bei Maximilian Krah

Auf die Richtigstellung der Landespolizei Sachsen reagierte Maximilian Krah wiederum auch mit einem Tweet. Die falschen Zahlen in seinem Kommentar nennt er darin schlicht „ungenau“. Eine Einsicht darüber, dass es gefährlich ist, falsche Zahlen zu verbreiten, steckt nicht in dieser Antwort.

„Der Debatte um die wahren Zahlen an Sexualdelikten, deren Entwicklung und den Tätern sehe ich sehr gelassen entgegen“, erklärt der AfD-Mann.

Twitter-User kritisieren diese Reaktion

Viele Kommentare unter dem Tweet zeigen sich mit dieser Erkenntnis nicht einverstanden und kritisieren den Politiker. „Sie haben die Zahlen erfunden, um Stimmung zu machen, und das nehmen Sie zur Kenntnis?“, fragt ein User rhetorisch. Ein anderer macht deutlich: „Sie waren nicht ,ungenau’. Sie haben gelogen.“ (alka)