Mutmaßliches IS-Mitglied in Dinslaken festgenommen

Griff am Samstag in Dinslaken zu: ein Sondereinsatzkommando der NRW-Polizei (Archivbild).
Griff am Samstag in Dinslaken zu: ein Sondereinsatzkommando der NRW-Polizei (Archivbild).
Foto: Matthias Graben
Während Frankreich nach weiteren Terroristen sucht, hat die Polizei in Dinslaken am Samstag einen mutmaßlichen Syrien-Rückehrer festgenommen.

Karlsruhe.. Ein mutmaßlicher IS-Terrorist ist in Dinslaken nördlich des Ruhrgebiets verhaftet worden. Der 24-jährige Deutsche soll im Oktober 2013 nach Syrien gereist sein und sich dort der Terrormiliz Islamischer Staat angeschlossen haben, teilte der Generalbundesanwalt mit. Nach gut einem Jahr sei er im vergangenen November nach Deutschland zurückgekehrt.

Hinweise auf konkrete Anschlagspläne gebe es nicht. Die Festnahme stehe auch nicht im Zusammenhang mit den Terroranschlägen in Frankreich, erklärte die Bundesanwaltschaft. Die Festnahme erfolgte auf Grund eines Haftbefehls eines Ermittlungsrichters beim Bundesgerichtshof. Nach unbestätigten Angaben der "Bild am Sonntag" ging ein Hinweis von US-Geheimdiensten voraus.

Der Verdächtige wurde von einem Spezialeinsatzkommando der nordrhein-westfälischen Polizei überwältigt. Zudem wurde seine Wohnung in Dinslaken nördlich von Duisburg durchsucht. Dinslaken-Lohberg gilt als Hochburg der radikalen Islamisten-Szene in Nordrhein-Westfalen. Lohberg ist eine ehemalige Bergarbeitersiedlung, die dortige Zeche wurde 2006 stillgelegt.

Die Behörden hatten bereits gegen mehrere dort lebende Salafisten ermittelt. So war auch gegen den 24-Jährigen bereits vor einem Jahr von der Staatsanwaltschaft Düsseldorf wegen des Verdachts der Vorbereitung eines Terroranschlags ermittelt worden. Der Generalbundesanwalt hatte das Verfahren an sich gezogen und ermittelt nun wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer ausländischen Terrorvereinigung.

Der Verdächtige sollte am Sonntag einem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden. Dieser sollte über den Vollzug der Untersuchungshaft entscheiden. Mit den weiteren Ermittlungen ist das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen beauftragt. (dpa)

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