Mutmaßliche Attentäter von Paris weiter flüchtig - alle Infos im Liveticker

Mit Zehntausenden Sicherheitskräften wird nach den mutmaßlichen Attentätern von Paris gefahndet.
Mit Zehntausenden Sicherheitskräften wird nach den mutmaßlichen Attentätern von Paris gefahndet.
Foto: dpa
Frankreich jagt die mutmaßlichen Attentäter von Paris - bislang erfolglos. Ein Bruder soll von Al-Kaida ausgebildet worden sein. Alle Infos im Ticker.
  • Die Suche nach den mutmaßlichen Attentätern von Paris ist über Nacht ohne Ergebnis geblieben.
  • Fast 90.000 Einsatzkräfte haben seit Donnerstag die Region um den nordfranzösischen Ort Villers-Cotterêt durchkämmt. In der Nacht wurde die Suche mit Helikoptern und Wärmebildkameras fortgesetzt.
  • Die verdächtigen Brüder Chérif (32) und Said Kouachi (34) sollen eine Tankstelle in Frankreich überfallen haben, um Essen und Benzin zu stehlen. Zumindest einer von ihnen soll in einem jemenitischen Al-Kaida-Trainingscamp gewesen sein.
  • Am Donnerstagmorgen hatte es in Paris erneut Schüsse gegeben. Eine Polizistin ist gestorben, ein Polizist wurde verletzt. Die Tat stehe nicht in Zusammenhang mit den flüchtigen Attentätern, hieß es offiziell.
  • Bei dem Anschlag in der Satire-Redaktion von "Charlie Hebdo" wurden am Mittwochmittag zwölf Menschen getötet und mehrere weitere verletzt.

Paris.. 8.46 Uhr: Knapp 48 Stunden nach dem Anschlag geht die Großfahndung nach den Kouachi-Brüdern in Nordfrankreich weiter. Die ländliche Gegend 80 Kilometer nordöstlich von Paris war in der Nacht von Helikoptern abgesucht worden, wie der Sender BFM-TV berichtete. Am Freitagmorgen setzten Eliteeinheiten von Polizei und Gendarmerie ihre Suche nach den beiden Tatverdächtigen in der waldreichen Region fort.

8.34 Uhr: Der Zentralrat der Muslime mahnt, sich mit islamkritischen Karikaturen friedlich auseinanderzusetzen. "Die Auseinandersetzung mit solchen Karikaturen kann nur auf humoristische, auf satirische, auf intellektuelle Weise sein. Eben mit dem Stift und sonst nichts anderes", sagte der Zentralrats-Vorsitzende Aiman Mazyek am Freitag im ZDF-"Morgenmagazin". Den Terroristen sei es nicht um die Satire gegangen. Sie hätten einen Anlass gesucht, um die Gesellschaft zu spalten.

7.57 Uhr: Patrick Pelloux ist freier Mitarbeiter des Satiremagazins "Charlie Hebdo", als einer der ersten traf er am Mittwoch am Tatort ein. In einem bewegenden Interview mit dem französischen Sender "iTele" hat er, sichtlich mitgenommen von den Ereignissen, geschildert, wie er die Folgen des Anschlags erlebt hat. "Die Zeitschrift wird weitermachen", versicherte er unter Tränen.

7.27 Uhr: Für alle die, die jetzt aufstehen, noch mal die aktuellen Infos zum Hintergrund der beiden Verdächtigen: Einer der beiden mutmaßlichen Attentäter von Paris war nach Angaben des US-Senders CNN im vergangenen Jahr in Syrien. Welcher der beiden Männer nach Syrien gereist sei, sei allerdings unklar, berichtete der Sender unter Berufung auf französische Sicherheitskreise. Bereits 2005 sei einer der Brüder im Jemen gewesen, sagte die französische Justizministerin Christiane Taubira dem Sender am Donnerstag. Zuvor hatten CNN und die "New York Times" berichtet, dass der ältere Bruder Said (34) im Jahr 2011 bei einem Al-Kaida-Ableger im Jemen im bewaffneten Kampf ausgebildet worden sei.

6.46 Uhr: In einem gemeinsamen Manifest haben Vertreter der drei großen Religionen Deutschlands den Anschlag von Paris verurteilt und vor Racheakten gewarnt. "Im Namen Gottes darf nicht getötet werden", schrieben ranghohe Vertreter von Katholiken, Evangelischer Kirche, Juden und Muslimen in ihrer Erklärung in der "Bild"-Zeitung. "Bibel, Tora und Koran sind Bücher der Liebe, nicht des Hasses." Unterzeichner sind Alois Glück vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken, der ehemalige EKD-Ratsvorsitzende Wolfgang Huber, Aiman Mazyek vom Zentralrat der Muslime, die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde Münchens und Oberbayerns Charlotte Knobloch und der frühere Generalsekretär des Zentralrats der Juden, Stephan Kramer.

6.19 Uhr: Auch das US-Magazin "New Yorker" zeigt sich nach dem Attentat auf die "Charlie Hebdo"-Redaktion solidarisch: Das Cover der nächsten Ausgabe zeigt einen Eiffelturm, die Spitze ist ein Zeichenstift, der Boden ist blutbedeckt.

6.01 Uhr: SPD-Vorsitzender Sigmar Gabriel hat angesichts des Anschlags von Paris Parteien und Verbände zur einer gemeinsamen Großkundgebung in Berlin aufgerufen. Die "Bild"-Zeitung berichtet über einen Brief Gabriels an demokratische Parteien, Religionsgemeinschaften, Arbeitgeber, Gewerkschaften, Sozialverbände und andere gesellschaftliche Gruppen. Darin ruft der Wirtschaftsminister dazu auf, für ein "friedliches und demokratisches Zusammenleben in Deutschland und Europa" zu demonstrieren. Die Schüsse in Paris hätten "nicht nur den direkten Opfern gegolten, sondern auch der Idee einer freien und offenen Gesellschaft".

5.36 Uhr: Frankreichs Präsident François Hollande hat für 8.30 Uhr sein Krisenkabinett erneut zu einer Sondersitzung einberufen. Er will Konsequenzen aus dem Mordanschlag auf die Redaktion des Satiremagazins "Charlie Hebdo" ziehen.

Sieben Verletzte aus Klinik entlassen

5.03 Uhr: Sieben der elf bei dem Attentat Verletzten seien inzwischen aus dem Krankenhaus entlassen, berichtet die Zeitung "Le Monde". Vier Schwerverletzte seien noch immer in ernster Verfassung, ihr Zustand habe sich aber nicht verschlechtert.

4.29 Uhr: Terrorgefahr auch in England? Der Chef des britischen Inlandsgeheimdienstes MI5 hat in einer öffentlichen Rede vor einer Gruppe militanter Islamisten in Syrien gewarnt, die dem Terrornetzwerk Al-Kaida nahestehe. Diese Gruppe plane derzeit konkret Terroranschläge mit einer großen Opferzahl in westlichen Ländern, sagte Andrew Parker. Gemeinsam mit seinen Partnern tue Großbritannien alles, um derartige Anschläge zu verhindern. Allein in jüngerer Zeit hätten die Sicherheitskräfte drei Attentate verhindern können. Allerdings fürchte er, so Parker, dass aufgrund von Personalengpässen dies nicht so bleiben werde angesichts der wachsenden Zahl gewaltbereiter Dschihadisten in England. Er brauche mehr Personal.

3.15 Uhr: Wir werden in den kommenden Tagen viele Debatten hören über Religion und Demokratie und Gewalt und gesellschaftliche Werte ... vieles davon wird schrecklich sein - weil das Attentat bereits jetzt politisch instrumentalisiert wird. Zur Einschätzung dessen möge man sich bitte anhören, was der Schauspieler und Moderator Oliver Kalkofe zu diesem Thema zu sagen hat. Es wird nicht jedem gefallen - aber ganz sicher hilft es beim Nachdenken über das Thema:

"Vive la France!", schrieb Barack Obama

2.40 Uhr: Vive la France! So lautet der letzte Satz des Eintrages von US-Präsident Obama ins Kondolenzbuch der französischen Botschaft in Washington. Des weiteren schrieb er: "Als Verbündete seit Jahrhunderten, wollen wir unsere Einheit mit den französischen Brüdern und Schwestern bekräftigen und betonen: Die Gerechtigkeit und die Demokratie werden sich durchsetzen. Gemeinsam gehen wir unseren Weg weiter, denn wir wissen, dass der Terror die Freiheit und die Ideale, die wir verteidigen und die die Welt erleuchten, nie besiegen kann."

1.26 Uhr: Das Satiremagazin "Charlie Hebdo" hat bekräftigt, dass die verbliebene "Redaktion der Überlebenden" auch nach den Mordanschlag islamistischer Terroristen weitermachen will. Auf der Internetseite der religionskritischen Zeitschrift steht, die Kraft der Karikatur sei stärker als die "Barberei".

Bei der Terrorattacke ist beinahe die gesamte Redaktion des Blattes getötet worden. Die Verbliebenen wollen dennoch weitermachen, weil die Freiheit ein Grundrecht sei und viele Menschen sie unterstützten, heißt es. Die nächste Ausgabe der "Zeitschrift der Überlebenden" erscheine am kommenden Mittwoch. Die Redaktion wird die nächste Ausgabe in den Räumen der eher linken Zeitung "Libération" gestalten.

0.45 Uhr: Der Stand der Dinge bei der Fahndung nach den mutmaßlichen Tätern: Es gilt mittlerweile als gesichert, dass die beiden mutmaßlichen Attentäter, Cherif und Said Kouachi, am Donnerstagmorgen 9.30 Uhr 80 Kilometer nordöstlich von Paris eine Tankstelle überfallen haben, um sich Geld und Essen zu beschaffen. Dann flüchteten sie weiter in Richtung Nordosten. In der Nähe des 300-Seelen-Dorfes Longpont soll ein Fluchtfahrzeug gefunden worden sein, was aber nicht bestätigt wurde. Die Fahnder riegelten die Region rund um das Dorf und den angrenzenden Wald mit tausenden Sicherheitskräften ab. Die begannen, das Areal Haus für Haus, Meter für Meter zu durchsuchen. Wegen der hereinbrechenden Dunkelheit musste die Aktion offenbar abgebrochen werden. Derzeit suchen insgesamt fünf Helikopter mit Nachtsichtgeräten nach den mutmaßlichen Tätern. Laut Medienspekulationen, versuchen die beiden Brüder wieder in Richtung Großraum Paris zu gelangen, um dort unterzutauchen. Und mittlerweile scheint klar zu sein, dass die tödlichen Schüsse auf eine Pariser Polizistin am Vormittag nicht in Zusammenhang mit den Mördern des Hebdo-Attentates stehen.

0.10 Uhr: Beispiellose Solidaritätswelle für Charlie Hebdo: Das Blatt erhält von zahlreichen europäischen Verlagen Unterstützung, um die Zukunft der Satirezeitschrift zu sichern. Unter anderem hilft der britische Guardian mit 100.000 Pfund, wie dessen Chefredakteur via Twitter ankündigt. Und auch Google beteiligt sich.

23.43 Uhr: Einer der beiden islamistischen Attentäter von Paris ist nach Informationen des TV-Senders CNN zum Terror-Training im Jemen gewesen. Dort habe er vor wenigen Jahren an der Ausbildung örtlicher Al-Kaida-Einheiten teilgenommen. Dies hätten französische Sicherheitskräfte ihren US-Kollegen mitgeteilt, berichtete CNN unter Berufung auf namentlich nicht genannte Quellen. Zugleich hieß es, auch die USA hätten die beiden Attentäter im Visier gehabt. So hätten die beiden Franzosen unter anderen auf einer No-Fly-Liste gestanden, was ihnen Flüge in den USA untersagte. Im Jemen beherrscht die Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) ganze Landstriche und verübt immer wieder schwere Anschläge, zuletzt vor allem auf die schiitischen Huthis. Einer der beiden Attentäter sollen einer Geisel auch explizit gesagt haben, der Anschlag gehe auf das Konto der jemenitischen Al-Kaida.

NRW erinnert mit Trauerbeflaggung an die Opfer

23.15 Uhr: Mit Trauerbeflaggung an öffentlichen Gebäuden erinnert Nordrhein-Westfalen bis Samstag an die Opfer des Terroranschlags. "Wir setzen ein Zeichen der Solidarität und Anteilnahme", sagte Innenminister Ralf Jäger (SPD). Bei dem Anschlag handele es sich "um einen feigen Angriff auch auf die Meinungsfreiheit und damit auf unsere demokratischen Werte in Europa. Hier müssen wir alle im Kampf gegen Terroristen zusammenstehen."

Am Donnerstag hatte Köln bereits seine Fahnen auf Halbmast gesetzt, in Aachen wehten französische Trikolore und Aachener Stadtfahne mit Trauerflor am Rathaus. Im Aachener Rathaus lag ein Kondolenzbuch aus. In Dortmund liefen die Worte "Je suis Charlie" ganztägig über die Videoleinwände an der Spitze des Dortmunder U-Turms.

23.06 Uhr: Die Vorsitzende des rechten Front National, Marine LePen, hat dagegen protestiert, dass Sie und ihre Partei nicht beim nationalen Solidaritärsmarsch am Sonntag dabeisein sollen: Staatspräsident François Hollande hatte die Franzosen aufgefordert, in dieser schweren Zeit zusammenzustehen. Parteien, Gewerkschaften und Menschenrechtsgruppen riefen daraufhin zum Solidaritätsmarsch auf - ohne die Rechtsextreme.

22.35 Uhr: Offenbar ist noch nicht zu 100% geklärt, ob das Fluchtauto der Terroristen tatsächlich in dem durchsuchten Gebiet gefunden wurde. Die französische Polizei wollte das nicht bestätigen, so LeMonde.

22.30 Uhr: Laut Berichten französischer Medien wurde die Suche unterbrochen - bzw. haben sich die Sicherheitskräfte aus einem Teil des durchsuchten Terrains 40 Kilometer nordöstlich von Paris zurückgezogen. Nun sollen Helikopter mit Wärmebildkameras zum Einsatz kommen.

21.45 Uhr: Während die Fahndung nach den Tätern andauert, haben Im ganzen Land nach Berichten französischer Medien hunderttausende Menschen für Meinungsfreiheit und gegen Gewalt demonstriert - unter dem Motto "Je suis Charlie Hebdo" (Ich bin Charlie Hebdo) oder "Wir haben keine Angst".

21.15 Uhr: In Paris gingen am Abend aus Trauer um die Toten des Anschlags die Lichter am Eiffelturm aus.

20.55 Uhr: In einer Dokumentation des französischen Fernsehens über junge Dschihadisten kommt auch Cherif Kouachi zu Wort, der damals allerdings noch Rapper werden wollte.

20.17 Uhr: Cherif und Said Kouachi sind für die Polizei keine Unbekannten. Die Hintergründe.

19.35 Uhr: Tausende Menschen sind am Donnerstag in Paris erneut gegen den Terror auf die Straße gegangen. Sie versammelten sich am frühen Abend zu einem stummen Protest gegen den Anschlag auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo". Auf den riesigen Platz der Republik, nur wenige hundert Meter vom Tatort entfernt, strömten mehr und mehr Menschen.

19.01 Uhr: Laut Innenminister Bernard Cazeneuve sind neun Personen in Haft, und 90 Zeugen wurden befragt.

18.26 Uhr: Der Bundestag gedenkt am kommenden Donnerstag der Opfer des Terroranschlags von Paris. Zuvor werde Bundestagspräsident Norbert Lammert auf den mörderischen Angriff gegen die Redaktion des Satiremagazins eingehen, teilte das Parlament am Donnerstag in Berlin mit. Ebenso wie für die obersten Bundesbehörden und andere öffentliche Gebäude werde es bis zu diesem Samstag eine Trauerbeflaggung auch am Reichstagsgebäude und den anderen Bundestagsgebäuden geben.

17.54 Uhr: 88.000 Kräfte sind laut Innenministerium im Einsatz im Einsatz, um die Täter zu finden. Sie durchsuchen offenbar mehrere Häuser.

17.32 Uhr: Nach Einschätzung von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) ist auch die Bundesrepublik nicht vollkommen geschützt vor einem Terrorakt wie in Paris. "Ein solcher Anschlag ist auch in Deutschland nicht auszuschließen", sagte der Minister. Eine derartige Attacke sei selbst durch noch so gute Polizeiarbeit nicht zu verhindern.

16:54 Uhr: Die Polizei zieht laut französischen Medienberichten Kräfte zusammen. Ein Reporter berichtet von schwer bewaffneten Polizisten.

Molotowcocktails un Dschihadflaggen im Fluchtauto

16.21 Uhr: Die Brüder Chérif (32) und Said Kouachi (34) bleiben auch weit über 24 Stunden nach dem Terrorakt mit zwölf Toten auf der Flucht. Nach dem Fund von Molotow-Cocktails, einer islamistischen Flagge und einem Stirnband in einem Fluchtwagen in Paris gehen die Ermittler davon aus, dass die Brüder weitere Anschläge geplant hatten.

15.36 Uhr: Die beiden Hauptverdächtigen des Mordanschlags von Paris können von den Sicherheitsbehörden bislang nicht klar einer bestimmten Terrororganisation zugeordnet werden. Die polizeibekannten mutmaßlichen Täter sollen behauptet haben, zum Terrornetzwerk Al-Kaida zu gehören. Dennoch sei eine eindeutige Zuordnung etwa zu Al-Kaida, der radikal-islamischen Al-Nusra-Front oder dem Islamischen Staat (IS) derzeit nicht möglich. Es gebe bei den Verdächtigen aber vielfältige Bezüge zu Syrien und dem Irak, wo derzeit die Terrormiliz IS stark ist.

14.58 Uhr: Die Polizei hat in dem Fluchtauto der mutmaßlichen Attentäter in Paris Molotowcocktails und Dschihad-Flaggen gefunden. Es gehe um etwa zehn Brandsätze und Fahnen, mit denen zum Heiligen Krieg aufgerufen werde, zitierte die französische Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag eine Quelle.

Das zeige, wie radikalisiert die Terroristen seien und dass sie möglicherweise weitere Taten geplant hätten. Bei ihrer Flucht hätten die Attentäter am Mittwoch ihr Auto im Nordosten von Paris stehengelassen, nachdem sie mit einem anderen Wagen zusammengestoßen seien.

14.32 Uhr: Die nächste Ausgabe des französischen Satiremagazins "Charlie Hebdo" soll auch nach dem blutigen Anschlag auf die Redaktion in der kommenden Woche erscheinen. Der Verlag kündigte eine Auflage von einer Millionen Exemplaren an. "Charlie Hebdo" hat erscheint sonst mit rund 60 000 Exemplaren.

Heiße Spur - Flüchtige lassen Auto stehen

14.22 Uhr: Die Polizei durchkämmt auf der Suche nach den flüchtigen Attentätern von Paris die Region um den nordfranzösischen Ort Villers-Cotterêt. Nach Hinweisen eines Tankstellenbesitzers waren die Sicherheitskräfte dorthin geeilt.

Einsatzkräfte durchsuchten zurzeit die Gegend, in der die beiden Terroristen ihr Fluchtauto stehengelassen haben sollen, hieß es aus der Polizei. Die Brüder sollen am Vortag den Anschlag auf das religionskritische Satiremagazin "Charlie Hebdo" verübt und zwölf Menschen getötet haben.

Grenzkontrollen in Großbritannien verstärkt

14.09 Uhr: Großbritannien hat nach dem Anschlag auf das französische Satiremagazin "Charlie Hebdo" die Kontrollen an den Grenzübergängen verschärft. Es würden mehr Autos und Lastwagen durchsucht, die über den Ärmelkanal wollten.

13.25 Uhr: Auch das "Dortmunder U" solidarisiert sich nach dem Mordanschlag mit dem französischen Satiremagazin. "Je suis Charlie" steht in großen Lettern in der Spitze des Turms in der Dortmunder Stadtmitte.

13.15 Uhr: "Man muss solche Karikaturen aushalten", sagt der Islamwissenschaftler Rauf Ceylan von der Universität Osnabrück. "Wie man persönlich mit solchen Provokationen umgeht, ist eine andere Sache. Ich finde sie auch geschmacklos", betonte er. Aber etwas geschmacklos zu finden und es dennoch zulassen zu können, seien verschiedene Dinge.

12.54 Uhr: Der tödliche Terroranschlag könnte hierzulande zu einer weiter aufgeheizten Stimmung mit anti-islamischen Tendenzen führen. Das befürchtet die Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor, die auch Vorsitzende des Liberal-Islamischen Bunds ist. Es sei gefährlich, dass die Anti-Islam-Bewegung Pegida Tausende für ihre Demos gewinnen könne, betonte die Religionspädagogin. Viele Muslime seien frustriert und innerlich zerrissen.

12.26 Uhr: Die Verdächtigen sollen laut Medienberichten eine Tankstelle in Nordfrankreich überfallen haben. Nach Angaben aus Ermittlungskreisen waren die Männer mit einem grauen Kleinwagen unterwegs und schwer bewaffnet. Die beiden Tatverdächtigen führten offensichtlich Schnellfeuerwaffen mit sich. Die Rede war auch von einer Panzerfaust. Die Männer sollen Benzin und Essen gestohlen haben.

11.43 Uhr: Die beiden Tatverdächtigen des Anschlags auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo" sind angeblich am Donnerstag in Nordfrankreich gesehen worden. Ein Tankstellenbesitzer bei dem Ort Villers-Cotterêt habe die maskierten und bewaffneten Männer eindeutig erkannt.

11.35 Uhr: Nach dem Anschlag auf "Charlie Hebdo" ist auf zwei muslimische Einrichtungen in Frankreich geschossen worden. Derweil sind die Imame aller Moscheen des Landes aufgerufen, die Gewalt während des Freitagsgebets zu verurteilen. Der Dachverband der französischen Muslime forderte alle Gläubigen auf, sich an einer nationalen Kundgebung gegen die Gewalt am Sonntag zu beteiligen.

11.29 Uhr: Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) hat zu einer besonnenen Reaktion aufgerufen. "Freiheit und Rechtsstaatlichkeit werden wir uns von Terroristen nicht nehmen lassen", sagte Maas in Berlin. "Terroristischer Bedrohung werden wir entschieden, aber mit Besonnenheit und Augenmaß begegnen."

Polizistin nach Schießerei gestorben

11.09 Uhr. Bei der Schießerei im Süden von Paris ist am Morgen eine Polizistin tödlich verletzt worden. Die Beamtin starb wenige Stunden nach dem Vorfall. Ein zweiter Polizist war verletzt worden. Auf die Beamten wurde von einem Unbekannten das Feuer eröffnet. Der Tatverdächtige ist auf der Flucht. Ob der Vorfall im Zusammenhang mit dem Anschlag auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo" am Mittwoch steht, ist unklar.

10.54 Uhr: Der Anschlag auf "Charlie Hebdo" findet unter radikalen Muslimen im Internet großen Beifall. Auf Twitter wurden die Attentäter als Helden gefeiert. "Möge Allah unsere französischen Brüder belohnen", schrieb ein Nutzer.

Tatverdächtige wurden überwacht

10.22 Uhr: Die beiden Tatverdächtigen sind nach Angaben des Pariser Innenministers Bernard Cazeneuve überwacht worden. Dabei habe es allerdings keinerlei Hinweise auf einen bevorstehenden Terrorakt gegeben, gegen die Männer habe es auch kein juristisches Verfahren gegeben, sagte Cazeneuve. "Wir treffen hundertprozentig Vorsichtsmaßnahmen, ein Null-Risiko gibt es aber nicht", fügte Cazeneuve an. Die derzeitige Risikolage könne auch zu anderen Gewalttaten führen, warnte der Innenminister.

Explosion nahe Moschee in Frankreich

10.13 Uhr: Am Tag nach dem Attentat auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo" ist es in einem Restaurant nahe einer Moschee von Villefranche-sur-Saône zu einer Explosion gekommen. Verletzt wurde bei dem Vorfall vom Donnerstag nach Angaben aus Justizkreisen niemand. Ob die Explosion im Zusammenhang mit dem Anschlag vom Mittwoch auf "Charlie Hebdo" steht, ist unklar.

"Muslimische Prinzipien in den Dreck gezogen"

9.54 Uhr: Der Zentralrat der Muslime in Deutschland hat sich zu den Anschlägen geäußert: "Es gibt in keiner Religion und keiner Weltanschauung auch nur einen Bruchteil einer Rechtfertigung für solche Taten. Dies ist ein feindlicher und menschenverachtender Akt gegen unsere freie Gesellschaft. Durch diese Tat wurde nicht unser Prophet gerächt, sondern unser Glaube wurde verraten und unsere muslimischen Prinzipien in den Dreck gezogen.


Es ist zu befürchten, dass der Anschlag neues Wasser auf die Mühlen von Extremisten jeglicher Couleur sein wird. Wir rufen alle dazu auf, dem perfiden Plan der Extremisten nicht auf dem Leim zu gehen, die die Gesellschaft spalten, Hass und Zwietracht zwischen den Religionen schüren und die überwältigende Mehrheit der friedlichen Gläubigen zu Paria der Gesellschaft machen wollen."

9.37 Uhr: Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve ist laut "Le Monde" vom Krisentreffen im Elysée-Palast zum Tatort der erneuten Schießerei gefahren, um sich dort ein Bild von der Lage zu machen. Unterdessen warnte Premierminister Manuel Valls die Medien, "besonders vorsichtig" zu sein.

Polizisten bei Schießerei am Morgen verletzt worden

8.50 Uhr: Bei einer Schießerei im Süden von Paris sind am Donnerstagmorgen zwei Polizisten verletzt worden. Auf die Beamten wurde von einem Unbekannten das Feuer eröffnet, wurde aus Polizeikreisen mitgeteilt.

8.45 Uhr: Frankreichs Regierungschef Manuel Valls hat nach dem Terroranschlag auf die französische Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" vor Intoleranz, Hass und Angst gewarnt. Das Attentat sei abscheulich, und es müssten daraus natürlich alle Konsequenzen gezogen werden, sagte Valls am Donnerstag dem Sender RTL.

"Nein, Frankreich, das ist nicht die Unterwerfung, Frankreich, das ist nicht Michel Houellebecq", fügte er an. Houellebecqs islamkritischer Roman "Soumission" (Unterwerfung) beschreibt das Leben in Frankreich unter einem muslimischen Präsidenten.

Frauen und Männer festgenommen

8.35 Uhr: Französische Medien berichteten von sieben Festnahmen. Unklar blieb zunächst, wo die Männer und Frauen am späten Mittwochabend festgenommen wurden. Die Polizei suchte als Hauptverdächtige die beiden Brüder Chérif (32) und Said K. (34). Der nach dem Anschlag ebenfalls gesuchte 18 Jahre alte Schwager der beiden Brüder hat sich am Mittwochabend der Polizei gestellt. Er soll seine Unschuld beteuern.

8.06 Uhr: Im Zusammenhang mit dem Terroranschlag auf die französische Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" hat die Polizei mehrere Verdächtige festgenommen. Das gab Premierminister Manuel Valls am Donnerstag im Sender RTL bekannt.

7:51 Uhr: Die Attentäter von Paris haben auf ihrer Flucht angeblich einen schweren Fehler gemacht und die Polizei auf ihre Spur gebracht. Wie die französische Zeitschrift "Le Point" schreibt, hätten die Terroristen einen Personalausweis in ihrem Fluchtwagen vergessen, als sie am Rande der Hauptstadt das Auto wechselten.

6.48 Uhr: Nach dem Mordanschlag von Paris mit zwölf Toten hat in Frankreich ein Tag der nationalen Trauer begonnen. Präsident François Hollande forderte die Franzosen zu einer Gedenkminute am Donnerstagmittag auf. Sein Premier Manuel Valls bat Unternehmer, dies den Angestellten zu ermöglichen.

3.05 Uhr: Der jüngste der drei mutmaßlichen Täter des Terroranschlags auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo" in Paris soll sich der Polizei gestellt haben.

2.45 Uhr: Große französische Medienhäuser haben der Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" nach dem brutalen Mordanschlag Hilfe zugesagt. Der staatliche Hörfunk und das Fernsehen sowie die Tageszeitung "Le Monde" erklärten, sie wollten dem Magazin das notwendige Personal und Sachmittel zur Verfügung stellen. Die Mitteilung trägt die Überschrift: "Damit Charlie lebt." Die Direktoren von Radio France, France Télévisions und "Le Monde" riefen alle anderen französischen Medien auf, die Presse- und Meinungsfreiheit hochzuhalten.

1:30 Uhr: Nach dem Terroranschlag auf das islamkritische Satiremagazin "Charlie Hebdo" in Paris mit zwölf Toten macht die Polizei mit tausenden Beamten Jagd auf die drei flüchtigen Täter. Etwa zwölf Stunden nach dem Attentat suchten Spezialkräfte im ostfranzösischen Reims nach den drei schwer bewaffneten Männern, die angeblich identifiziert sind. Es könne einen Zugriff geben, hieß es aus der französischen Spezialeinheit Raid. Reims liegt etwa 150 Kilometer nordöstlich von Paris. Aber auch in Straßburg und anderen Städten im Großraum Paris suchten Polizisten nach den Attentätern.

0.23 Uhr: Die drei Täter des Terroranschlags auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo" in Paris sind laut französischen Medienberichten identifiziert. Darunter seien zwei Brüder aus Paris mit französischer Staatsangehörigkeit. Das berichteten am Mittwochabend "Le Monde" und mehrere andere Medien übereinstimmend unter Berufung auf Ermittler. (we/dpa)

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