Muslime danken der Polizei

Dortmund..  Am Ende gibt es Blumen für die Polizei, und das kennt die ja fast gar nicht. Der Dortmunder Araber Ali Sayoun, Anmelder der Demo der Muslime, übergibt sie wegen der „guten Zusammenarbeit“ am Ende der Demo – von der die Polizei zuvor nicht recht wusste, was sie zu erwarten hatte. Blumen wohl als letztes.

Zuletzt sind sie vielleicht 1500 Demonstranten in Dortmund. Frauen und Kinder im vorderen Block, Männer und Jugendliche im hinteren, eskortiert vom eigenen Ordnungsdienst, so sind sie jetzt anderthalb Stunden durch die Innenstadt gezogen unter deutschen und libanesischen Fahnen. „Ja Dialog“ steht auf ihren Schildern, „Nein Gewalt“, „Wir lieben unseren Propheten“. Oder: „Das ist keine Freiheitsmeinung mehr“ – sie meinen natürlich jenen Amateurfilm aus Amerika, der aus der Sicht der Gläubigen den Propheten Mohammed verunglimpft.

„Meinungsfreiheit darf nicht so weit gehen, dass sie andere Menschen verletzt in diesen Zeiten“, sagt einer der Demonstranten. „Der Film ist lächerlich, aber das kann sich keine Religion gefallen lassen“, sagt ein anderer. Den Film aus dem Netz zu nehmen, fordern sie, und schärfere Gesetze gegen die Beleidigung heiliger Symbole. Und sind sichtlich bemüht, Nicht-Muslime für die Sache zu gewinnen: „Respekt für das Christentum“ gehört zu ihren Sprechchören, und zu ihren Transparenten: „Beleidigung von Frauen = Sexismus, Beleidigung des Propheten und des Islam = Meinungsfreiheit?“

Die Demonstrationen der Muslime hatten am Freitag in Münster und Freiburg begonnen, am Wochenende gab es neben Dortmund weitere in Hannover, Karlsruhe und Bergisch Gladbach.

 
 

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